Archiv für den Monat Juni 2009

Lidl erstaunt mich!

Montag, 15. Juni 2009

Nicht die Tatsache, dass Lidl Putzlappen und Schrubber, Dampfbügeleisen und Bügelbretter anpreist, ist mir diesen Eintrag wert. Sondern die Tatsache, dass zur Bebilderung ein Mann gewählt wird, der glücklich lächelnd Böden reinigt …
lidl-putzmann-1
… und Hemden plättet. Und das an einem Vileda-Bügeltisch mit dem unglaublichen Namen „Viva Express smart+“.
lidl-buegelmann1

Wie meistens bei Lidl ist auch in diesem Fall die Nachfrage vermutlich deutlich höher als das Angebot …

Dennoch: Ich nehme erfreut zur Kenntnis, dass die Realität von Schweinebauchblättchenmachern nicht mehr länger ignoriert wird.

Schickeria-Problem …

Samstag, 13. Juni 2009

»Jeder spuit an Superschdar, sauft an Schampus an der Bar, in der Schickeria« – so sang einst die Spider Murphy Gang. Aha, denk ich mir, wenn Schampus »gesoffen« wird, dann handelt es sich dabei wohl eher um einen Schaumwein für Großmäuler – nicht um einen Champagner für Genießer. Scheint nicht jedem so einzuleuchten, wie Elke berichtet. Der aktuelle Schampus-Streit beweist: So schlimm kann die Krise nicht sein, so lange sich Menschen noch über so etwas aufregen …

Aberglaube bringt Unglück!

Donnerstag, 11. Juni 2009

Goethe bezeichnete den Aberglauben als »Poesie des Lebens«, Justus von Liebig sah darin einen direkten Weg ins Heidentum, und für Jacques Tati war der Glaube an die Vorfahrt der »größte Aberglaube der Gegenwart«.

Nun, man kann auch Heide sein, ohne abergläubisch zu werden, oder?

Eine interessante Alternative – für Heiden ebenso wie für Andersdenkende – ist der Gegenaberglaube. Nette Idee, für die ich mich spontan begeistern kann. Zumal Aberglaube sowieso nichts als Unglück bringt!

Fotoglück: Pixelio

Fotoglück: Pixelio

Sieh’s mal sportlich!

Mittwoch, 10. Juni 2009

Es gibt Dinge, die würde man sich normalerweise nicht antun. Stundenlang im Wasser bleiben, bis man ganz verschrumpelt ist, zum Beispiel. Über Stock und Stein zu rennen bis zur völligen Erschöpfung. Oder Bälle immer wieder über ein Netz katapultieren, mit dem Erfolg, dass sie immer wieder zurückkommen und man sich erneut quälen muss …

Man tut diese Dinge aber doch. Ok, ich nicht. Aber andere Menschen sehr wohl. Weil es SPORT ist.

Sobald etwas ein Sport - und noch besser: ein Trendsport! - ist, investiert man bereitwillig Blut, Schweiß und Tränen, dazu noch Zeit und jede Menge Kopeken, um etwas zu tun, was man empört ablehnen würde zu tun, wenn man es auf der Arbeit aufgetragen bekäme. Im Gegenteil, zur Gewerkschaft laufen würde man dann, einen Sitzstreik anzetteln, vors Arbeitsgericht ziehen!

So weit, so gut.
Nun frag ich mich, wie sich diese Erkenntnis nutzen ließe. Im Grunde doch ganz einfach: Indem man alles, was getan werden soll, was aber unattraktiv und unbeliebt ist, zur Trendsportart macht. Beispielsweise Mülltrennung. Oder schnelles Zimmeraufräumen. Oder spritsparendes Autofahren.

Wär das nicht DIE Marktlücke? Man nehme einen netten Parcours, baugleiche Autos, eine gewisse Menge Treibstoff und mehrere Fahrer, die gegeneinander antreten. Wer kommt mit dem Sprit am weitesten?
DAS wär mal eine Sportart, bei der ich auch gerne mitmachen würde.
Wer noch?

PS: Stefan Raab, hiermit erkläre ich diese Idee als MEINE IDEE. Gerne kann man die Nutzungsrechte bei mir käuflich erwerben. Wird aber nicht billig …

Nur mal kurz …

Dienstag, 09. Juni 2009

Wörter, die mit „Ent-” anfangen, stimmen oft traurig, und die auf „-tum” enden, lassen uns die Stirn runzeln.

Nicht so die Liste der Vokabeln, die mit „Kurz” beginnt! Nein, diese Ausdrücke sind unterhaltsam, dynamisch und vielversprechend.

Man denke da nur an kurzgebraten (hmm), kurzärmelig (Sommer …) und kurzweilig (bitte weiterlesen!). Nicht zu vergessen so unterschiedliche Begriffe wie Kurzgeschichte, Kurzprogramm oder Kurzurlaub – das klingt nach Abwechslung, nach Spaß, nach Lebenslust! Nach Menschen, die auch mal kurzfristig zu allen Schandtaten bereit sind, die kurzerhand das Leben genießen und ihren Kurzhaarschnitt zu flotter Kurzwellenmusik schütteln.

Sie mögen einwenden, dass es sehr wohl auch kurzsichtige Kurzarbeiter mit Kurzzeitgedächtnis gibt, die zu Kurzschlussreaktionen neigen und dann das Interieur von Kurzwarenläden kurz und klein schlagen? Kurzum – dass es Negativbeispiele gibt?

Das mag sein. Aber darauf gehe ich nur kurzsilbig ein. Und verweise lieber auf Nessas Blogbeitrag, in dem sie sogar von „kurzflurigen” Krankenhausgerüchen schreibt …

Leibspeise

Freitag, 05. Juni 2009

Schönes Wort, Leibspeise. Da denk ich doch gleich an Churchill, der gewusst hat:

»Man soll dem Leib etwas Gutes bieten,
damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.«

Meine Seele freut sich auf Lachs mit Spinat, Tomaten und Schafskäse in Blätterteig. Wow, das klingt ja, als könnte ich kochen!

Und hier die heutige 2-Cent-Frage:

Freitag, 05. Juni 2009

Ein Talp ist ein …

A: Skalp der Eskimos
B: ungarisches Wort für Fuß
C: scharfes Messer der Frühneuzeit
D. finnischer Meerbusen

Na, wer weiß es? Ja, klar: „Ruckediguu, Blut ist im Talp”, müsste es in der ungarischen Version von Aschenputtel heißen. „Talpas” ist daher eine scherzhafte Bezeichnung für ungarische Fußsoldaten. Womit klar ist, dass „Tollpatsch” nichts mit Tollheit zu tun hat und die Reform der alten Schreibweise „Tolpatsch” einfach Käse war.

So etwas nennt man „Volksetymologie”. Man hört ein fremdes Wort, versteht es nicht, benutzt es aber trotzdem - und wandelt es so kreativ ab, bis es in die eigene Sprache passt. Und man sogar glaubt, seine Herkunft erklären zu können.

So wie bei Matten, die man aufhängt, um sich reinzulegen (und möglichst nicht rauszupurzeln). Die nennt man dann einfach „Hängematte”. Dass sie vor ihrer Reise über das Niederländische, Französische und Spanische „hamaka” hießen und aus der Eingeborenensprache Haitis stammten, ist eher unbekannt. Aber unglaublich lustig, oder?

Foto: pixelio.de

Foto: pixelio.de

Weitere Beispiele? Aber gerne: Armbrust, Liebstöckel, Maulwurf, Vielfraß, Windhund … Und wer mehr wissen möchte, wird beim Nachschlagen im etymologischen Wörterbuch feststellen, wie unterhaltsam Sprachgeschichte sein kann!

Viele, viele Konsonanten …

Montag, 01. Juni 2009

Die Presse meldet dieser Tage empört, nur jeder Zweite wisse, was an Pfingsten überhaupt gefeiert wird. Nun, das ist kaum verwunderlich, wenn schon kaum einer weiß, was ein Schaltjahr ist …

Aber wer weiß, woher dieses – für Deutsch-als-Fremdsprache-Lernende sicher schier unaussprechliche – Wort, das nur zwei Vokale zwischen sieben Konsonanten verteilt, überhaupt kommt?

Nein, nicht aus dem Lateinischen. Sondern aus dem Griechischen: “pentekoste” bedeutet “der Fünfzigste” und meint nicht den fünfzigsten Zungenbrecher im Einbürgerungstest, sondern den fünfzigste Tag nach Ostern. Das Wort “Pfingsten” ist schon seit mittelhochdeutscher Zeit belegt und, um die Sache noch komplizierter zu machen, eigentlich ein Dativ Plural.

Aber das ist dem modernen Menschen egal. Er kleidet sich nicht einmal mehr wie ein Pfingstochse, sondern bevorzugt unvorteilhafte, eng anliegende Radfahroutfits. Wie ich ganz deutlich sehe, wenn ich aus meinem Bürofenster schaue. Wo ich in Jogginghose und T-Shirt sitze und trotz Feiertag heimlich arbeite. Sieht ja niemand …