Archiv für den Monat Juli 2009

Im Dutzend unverschämter

Donnerstag, 30. Juli 2009

„Du bist doof” - „Und du noch viel döööfer” … Wer Dialoge dieser Art für „reinsten Kindergarten” hält, könnte falscher nicht liegen. Wahrscheinlich wird da gerade „Playing the Dozens” gespielt - ein Mannbarkeitsritual afrikanischen Ursprungs. Von größter Bedeutung in der mündlichen Kultur junger Afroamerikaner! Die Spielregeln sind einfach: Abwechselnd beleidigt man sein Gegenüber, wobei vor allem die eigene Männlichkeit gerühmt und die weibliche Verwandtschaft des Gegenspielers in den Dreck gezogen wird. Verloren hat bei diesem Schlagabtausch, wem nichts mehr einfällt, was noch unverschämter, haarsträubender und perverser wäre als die letzte Beleidigung des anderen. Und wer sich jetzt fragt, ob man so etwas Absurdes wirklich glauben kann, dem versichere ich aufrichtig: „Yes, you can!” Ich hab zwar viel Fantasie, aber so etwas Dooooooofes können sich wohl nur Männer ausdenken …

Gar kein Problem?

Mittwoch, 29. Juli 2009

Wer erinnert sich noch an die Krönung-Light-Frau? Sah blendend aus, war erfolgreich im Beruf, sportlich noch dazu, abends gar nicht müde, sondern gut aufgelegt im Theater an der Seite eines kulturell interessierten Supertypen …

Diese Frau hatte bestimmt kein Problem. Überhaupt keins. Es sei denn, sie würde Kundin bei Need-a-Problem: Aus einer Schnapslaune heraus haben drei findige Schweizer das Internetportal needaproblem.com gegründet und verkaufen dort allen Ernstes Probleme! Um das Leben spannender zu gestalten. Für Anfänger gibt’s 1-Euro-Probleme, wer wagemutiger ist, gibt vielleicht 5 oder 50 Euro aus, aber selbst 5000-Euro-Probleme wären zu haben.

Unglaublich? Offenbar gibt es doch immer noch Marktlücken, an die noch keiner zuvor gedacht hat.

Vielleicht sollte man anfangen, den Inhalt des Papierkorbs zu verkaufen? Oder Schulden? Oder Langeweile? Oder wie wäre es damit, jemandem zu einem Wutanfall zu verhelfen? Pimp-your-Blutdruck.de ist bestimmt noch frei …

Die spinnen, die Bellgier?

Dienstag, 28. Juli 2009

Wer achtmal bellt, stört den modernen Achtkampf? Frauen mit Hundefrisuren achten nicht auf Umleitungen? Störendes Gebelle macht sture Achterbahnfahrer leidend?

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»Bellen achter het stuur leidt je af« – dieses Plakat warnt vor der Ablenkungsgefahr für und durch telefonierende Autofahrer. Es war gar nicht so einfach, es während der Fahrt durch die urlaubsfliegenverschmutzte Scheibe zu fotografieren. Zum Glück findet man es in ganz Belgien alle paar Kilometer am Rand der Autobahn, sodass man so einige Fotografierversuche hat, bevor  die Sprachgrenze überschritten wird …

»Sind Sie mit einer Verwarnung einverstanden?«

Freitag, 10. Juli 2009

Einer meiner Lieblingssketche von Loriot – mit der unvergesslichen Evelyn Hamann als Politesse am Rande des Nervenzusammenbruchs. Wenn irrtümlich angenommen oder unrichtig behauptet wird, ein unbekannter Verkehrsteilnehmer habe sich unerlaubt entfernt, ohne den für den Münzeinwurf bestimmten Münzeinwurf vollzogen zu haben, dürfte die rote Kontrollscheibe im Sichtfenster der Parkuhr eigentlich nicht zu sehen sein …

 

Übrigens: So richtig los geht es erst nach ca. einer Minute.

Der Lack ist ab?

Donnerstag, 09. Juli 2009

»Die beiden Dinge, aus denen wir die größten Probleme machen – das Dickwerden und das Altern – sind den meisten Menschen auf der Welt gar nicht vergönnt.« (George Michael)

Nach Auflösung des Frühnebelfeldes …

Dienstag, 07. Juli 2009

An 70 Prozent aller Tage wird das Wetter wie am Vortag. Wenn man also standardmäßig »morgen wird es wie heute« behaupten würde, dann läge die Fehlerquote bei gerade mal 30 Prozent.

Ganz ähnlich also wie bei der Wettervorhersage auf Basis unzähliger Messdaten – von Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck über Windstärke, Windgeschwindigkeit und Windrichtung bis hin zu Bewölkung, Sichtweite und Niederschlag. Daten, die man mit Hygrometern, Barometern, Anemometern, Lysimetern, Pyranometern und zahllosen weiteren Apparaturen misst – Windfahne und Wettersatellit nicht zu vergessen.

Dann werden Wetterkarten geschnitzt und Analysen gewagt: Gibt es Sonne, Nebel, Regen, Hitze, Tau, Schnee, Hagel, Gewitter? Die Menschen wollen es wissen. Sie schalten die Wetternachrichten ein. Und die Zuhörfunktion ab …

Mir passiert es jedenfalls ständig, dass ich in eine Art Trance falle, sobald ich »strichweise Regen mit sonnigen Abschnitten«, »böig auffrischender Wind aus Südwest«, »am Rand eines Tiefausläufers gelangt milde Meeresluft nach Mitteleuropa« oder »vereinzelte Schauer, teils als Schnee, teils als Regen« höre. Kommt da ein Regengebiet oder ein Hoch nordwärts voran? Ich erfahre es nicht. Ich nehme es einfach nicht wahr. Obwohl ich wirklich zu gerne wüsste, wie das Wetter wird!

Aber andererseits: Ich muss ja nur aus dem Fenster schauen, dann sehe ich, dass es heute nach Auflösung des Frühnebelfeldes heiter bis wolkig und weitgehend niederschlagsfrei ist.

 

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Bleibt zu hoffen, dass die Wolken sich nicht ganz verflüchtigen. Sonst redet der Kasper vom Lokalradiosender wieder von »sexy Sonnenschein«. Da hör ich doch lieber bei „heiter und freundlich” weg …

Schilderwald und Feld

Montag, 06. Juli 2009

Texter brauchen ein gepflegtes Halbwissen. Beziehungsweise sie erwerben es im Laufe der Zeit. Mit jedem Job lernt man dazu. Kann irgendwann mühelos über Werkstoffe und Produktionsverfahren dozieren, über Reb- und Biersorten, über Freizeit- und Modetrends. Aber offen gestanden: Ich kann eine Linde nicht von einer Buche unterscheiden, eine Amsel nicht von einem Star und Weizen nicht von Gerste. Hafer, ja, der sieht völlig anders aus. Und Roggen? Über Roggen weiß ich jetzt auch Bescheid. Denn unbekannte Wohltäter haben dafür gesorgt, dass mein Hirn auch bei Hundespaziergängen wertvollen Input bekommt. Heute früh fotografiert - Fundsachen, die Dritte:

Ein Schild im Kornfeld, das ist immer fein, denn es ist Sommer ...

Ein Schild im Kornfeld, das ist immer fein, denn es ist Sommer ...

Richtig, richtig gut!

Sonntag, 05. Juli 2009

Früher war alles besser? Von wegen. Es gibt auch heute noch Werbung, die rundum gut ist. Bei der man spürt, wie viel Gehirnschmalz da reingesteckt und mit wie viel Liebe zum Detail gearbeitet wurde. Danke, Elke, für den Tipp!

Es gibt Eis, Baby. Und Reis auch …

Samstag, 04. Juli 2009

Genauso echt ist diese Fundsache:

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Dass sich deutsche Urlauber im Land der Pizza und Nudel zuweilen eine Kartoffelleitung vom heimischen Vorratskeller zum Urlaubsort wünschen, ist ja noch vorstellbar. Aber eine Reisleitung? Auch noch eine deutsche Reisleitung! Halte ich für ein wenig übertrieben. Zumal im Preis inklusive …

Without English goes gar nix!

Freitag, 03. Juli 2009

Internationale Unternehmen brauchen internationale Beschriftungen. Und damit die Eingeborenen verstehen, was gemeint ist, dürfen Schlüsselwörter gerne in deren Muttersprache eingebaut werden. Denglish kann so schön sein!

Foto: Holger Schmidt, www.thiemt.com - danke, Bruderherz!

Foto: Holger Schmidt, www.thiemt.com - danke, Bruderherz!