Archiv für den Monat August 2009

Sensationelle Entdeckung: Wahlplakate enthalten verschlüsselte Botschaften!

Mittwoch, 26. August 2009

Wer bisher dachte, Wahlplakate seien völlig sinnfrei und nicht mehr als bunte Bildchen, mit denen die Parteien uns die lange Wartezeit bis zur Wahl -  der lustigen sechsten Jahreszeit - versüßen, wird jetzt schockiert vom Schaukelstuhl fallen: Wie renommierte Parawissenschaftler soeben herausfanden, sind auf diesen scheinbar harmlosen Plakatmotiven geheime Botschaften versteckt. Hier die schonungslose Entschlüsselung:

 

FDP FORDERT WÄHLERCASTING:
WESTERWELLE IN DER JURY

fdp

Guido Westerwelle scheint bereit, an der Seite von Detlef D! Soost und Heidi Klum in der Jury zu sitzen, um künftig die Wahlberechtigten zu casten. Da immer weniger Bürger freiwillig zur Urne gehen, soll auf diese Weise das Interesse der Erstwähler gesteigert werden. Wie man es schaffen will, für mehr Tiefenschärfe zu sorgen, ohne das Köpfe rollen müssen, ist leider völlig unklar.

 

CDU VERKEHRT DIE WELT:
SCHÄUBLE BESETZT SCHWÄB’SCHE EISEBAHNE

cdu3

 Freie Bahncard für alle - das wär ja fast noch besser als eine Generalsteueramnesie … Sogar Gratis-Zeitungen für politisch Andersreisende scheint zu geben. Ein unglaublich verlockendes Angebot. Aber was soll nur der ernste Blick, der sorgenvolle Griff zum Kinn, die verkniffene Miene?

 

GRÜNE MANIPULIEREN WELTLITERATUR:
HEIDIS LEER- UND AUSWANDERJAHRE

gruene

 Das hat sie nun davon, den Ziegenpeter verlassen und Tante Dete nach Frankfurt gefolgt zu sein: Ganz grün im Gesicht ist sie, die Heidi, und nichts außer gigantischen Killertomaten bekommt sie zu essen. Klar, dass sie da die Krise kriegt! Und in der Schule nur noch ein Fach: Bio. Das wär aber echt der Untergang des Alpenlandes!

 

LINKE FORDERN PFLICHTLEKTÜRE:
FAUST I UND II ALS TASCHENBUCH

linke

 Dieser gerechte Zorn ist nachvollziehbar. Höchstwahrscheinlich konzentriert sich die gesamte Wut einer ganzen Generation auf einen Frisörladen irgendwo in Deutschland. Mann, wär ich sauer!

 

SPD ERZWINGT SPASSBEFREITE GESELLSCHAFT:
SELBST SASHA MUSS UMSCHULEN

spd

 Zum Glück behält er sein sympathisches Lächeln. An dem man den ehemaligen “Schmuse-Barden” natürlich sofort erkennt! Vielleicht kann er im benachbarten Ausland wenigstens ab und zu noch als Dick Brave auftreten. Wie unsagbar traurig das alles! Und so klein …

 

HSP HAT RÜCKEN UND WILL KREUZ:
BEDINGUNGSLOSES HURZZZZ ÜBERZEUGT

hsp

 Sympathisches Lächeln, gutes Aussehen, dymamische Gesamterscheinung - Horst Schlämmer überzeugt. Auch sein Programm enthält keine versteckten Drohungen: Solarium gratis und bedingungsloses Grundeinkommen für alle - ohne gesicherte Finanzierung. Keine Versprechen, keine Versprecher. Und Drang nach oben hatter auch noch. Die Würfel sind gefallen, oder? Der Einzige, der gegen Horst Schlämmer noch eine Chance hätte, wäre vielleicht Günther Jauch …

Deutsch hat den Nachteil, dass man erkennt, wer Käse singt …

Freitag, 21. August 2009

“The Bakerman ist baking bread”. Das ist ein Songtext von Laid Back, über dessen Informationsgehalt sich trefflich streiten lässt. Die Klagen, dass generell viel zu viel Englisches gesendet würde, verstummen dagegen. Deutschrock erobert den Äther und das Netz. Aber: Merkt denn keiner, was für einen Käse die singen, die Silbermonde und Grönemeyers und überhaupt?

Schon Nenas „99 Luftballons” können ganz schön verwirren, wenn man mal drüber nachdenkt, wie viele Jahrzehnte so ein Ballon hält und wie alt Nena wohl in Wahrheit sein muss …

Und dann: „Mensch”! „Nach der Ebbe kommt die Flut”, aha. Gut zu wissen. Obwohl ja nichts wirklich wichtig ist, aber der Mensch heißt Mensch, weil er es trotzdem singt, ob Sommerzeit oder nicht, oder weil er die Scheibe trotzdem kauft, obwohl er nichts kapiert.

Von dem Lied, das Xavier Kurt Naidoos Lippen verlässt, will ich gar nicht erst reden. Doch nun: „Stadt”! Fesselnder Rhythmus, klasse Melodie. Und die Stimmen von Cassandra Steen und Adel Tawil harmonieren so prima, dass es eine wahre Freude ist. Wäre da nicht der Text. „Keiner kann Gedanken lesen, das Klima wird milder” … Ich muss gestehen: So etwas abzugeben hätte ich mir nicht gewagt. Es sei denn im Vollrausch.

Ich frag mich stumm, ob nicht jede Stadt Straßen hat, die hinein- UND hinausführen. Und dann stell ich mir vor, das wäre Englisch. Oder noch besser: Englischer Slang, von dem ich NICHTS verstehe. Schöner Song dann, eigentlich, oder?

 

Zehn Klugscheißereien über Kupfer

Mittwoch, 19. August 2009

Das Internet ist ein Bildungsmedium. Auch bei Hitze. Gerade bei Hitze! Denn da schlagen die Synapsen im Hirn besondere Kapriolen. Was dabei herauskommt? Zum Beispiel diese Liste:

1. Cyprus, twelve points
Das Wort Kupfer kommt von Lateinisch „aes cyprium”, Erz aus Zypern. Kupferkies gibt’s dort noch heute. Die weltgrößten Kupferlieferanten sind jedoch Chile, die USA, Peru, China und Australien.

2. Gruppe 11, Periode 4, Block d
Im Periodensystem der Elemente hat das Edelmetall (Symbol Cu, Ordnungszahl 29) diesen Dauerstehplatz. Der liegt wohl nicht gerade günstig, weshalb Kupfer auch als „Übergangsmetall” bezeichnet wird. Zudem zählt es zu den Schwermetallen.

3. Ganz schön heiß!
Kupfer schmilzt bei 1084,4 Grad Celsius. So heiß wird es zum Glück selten. Sonst wäre eventuell die Erdhülle in Gefahr, denn an deren Masse hat Kupfer immerhin einen Anteil von 0,01 °%.

4. Zähe Leitung?
Kupfer ist nicht nur ein prima Wärme- und Stromleiter, sondern auch gut formbar, weil es relativ weich und zäh ist. Klingt nicht lecker? Nun ja, man will es ja nicht unbedingt essen. Außer natürlich als wertvolles Spurenelement in Schokolade, Leber, Getreide, Gemüse und Nüssen. Kupfersulfat dagegen wurde nur zu einem Zweck geschluckt: als Brechmittel bei Vergiftungen.

5. Spieglein, Spieglein an der Wand …
Aus Kupfer kann man tolle Sachen machen: nicht nur Münzen, Armaturen, Rohrleitungen und Stromkabel, sondern auch Schmuck, Besteck, Musikinstrumente und vieles mehr. Schon vor über 10.000 Jahren kannten unsere Vorfahren das Metall, aus dem die alten Mesopotamier vor 5.000 Jahren übrigens auch die allerersten Spiegel hergestellten.

6. Legierungen - die Koalition der Metalle
Aus Kupfer und Zinn entsteht Bronze, die Kupfer-Zink-Legierung heißt Messing, und Neusilber macht man aus Kupfer, Zink und Nickel. Nicht so bekannt ist die im alten Kolumbien verwendete Legierung aus Gold und Kupfer mit dem schicken Namen Tumbaga.

7. Edel - und nicht ganz billig
Eine Tonne Kupfer kostet immerhin über 5.000 Euro. Aber was will man schon mit einer Tonne Kupfer …

8. Baumkiller?
Es ist eine Legende, dass man mit einem Kupfernagel ausgewachsene Bäume umbringen kann. Dazu eignet sich nun doch eine Axt - aus welchem Metall auch immer - deutlich besser. Kupfernägel werden höchstens ganz jungen Bäumchen gefährlich.

9. Mein alter Freund und …
Kupferstecher. Was ist das? Ganz einfach: Ein Künstler, der die Technik des Kupferstichs beherrscht. Als das Papiergeld aufkam, verlegten einige von ihnen ihren Tätigkeitsschwerpunkt auf die Geldfälscherei. Doch diese zweifelhafte Kunst wird ja heute mit ganz anderen Gerätschaften ausgeübt.

10. Erfreulich giftig!
Kupfer ist toxisch - jedenfalls für viele Mikroorganismen. Deshalb wird Blumenwasser in Kupfergefäßen weniger schnell faulig, und auch in kupferhaltigen Wasserleitungen ist die bakterizide Eigenschaft willkommen. Doch nicht nur gegen unwillkommene Mikroorganismen hilft Kupfer, sondern auch …

 

Foto: Pixelio.de

Foto: Pixelio.de

… gegen Wespen und Bienen: Wer ein paar Kupfermünzen auf dem Tisch auslegt, wird eine Mahlzeit im Freien ungestörter genießen können. Wenn das kein genialer Tipp ist!

Der Beckham unter den Jahreszeiten …

Montag, 17. August 2009

Blauer Himmel, Sonnenschein, lange Abende auf der Terrasse, glückliche Menschen, braungebrannt in luftigen Kleidern …

So ist der Sommer. IM FILM. Oder in der Erinnerung, wenn man im trüben Februar bibbernd von der globalen Erwärmung träumt.

Und in Wirklichkeit? Schält sich die Haut, weil im Schwimmbad kein Schattenplatz mehr frei war; vertreiben uns aggressive Stechmücken und angriffslustige Wespen von der Terrasse, wo es sowieso viel zu heiß wäre; sind wir schon fünf Minuten nach der erfrischenden Dusche wieder schweißüberströmt und trotz übervollem Schreibtisch im Grunde zu schwach zum Arbeiten …

Fazit: Was Beckham im Fußball, ist der Sommer unter den Jahreszeiten: total überschätzt. Das Leben ist nunmal kein Ponyhof - und schon gar keine Bacardi-Insel!

Nein, da lob ich mir doch die strahlende Wintersonne, in der die gefrorene Landschaft funkelt und glitzert. Bei jedem Schritt knirscht der Boden verheißungsvoll, und zu Hause warten ein loderndes Kaminfeuer und ein köstlich heißer Tee  …

»Bäh, bäh, schwarzes Schaf«

Freitag, 14. August 2009

Welcher Filmklassiker wäre beinahe unter diesem Titel bekannt geworden? Vielleicht »Heidi«? Oder »Der weiße Hai«? Nein, alles falsch: Es ist die Südstaaten-Saga »Vom Winde verweht«, die ursprünglich nach dem englischen Kinderlied »Bah, Bah, Black Sheep« benannt werden sollte. Doch es gab bereits eine Erzählung von Rudyard Kipling, die genauso hieß, also musste ein neuer Titel gefunden werden …
Ist nutzloses Wissen nicht herrlich?

Klaus Kinski, Heidi Kabel und die Sinistralität

Donnerstag, 13. August 2009

Königin Viktoria war es, Elisabeth II. ist es ebenso wie Prinz Charles, Bill Clinton und Bill Gates und überhaupt angeblich 15 Prozent aller Menschen: linkshändig.

Die Zeiten, in denen Linkshändigkeit abtrainiert und die linke als die »böse Hand« bewertet wurde, sind zum Glück vorüber – nicht nur heute, am Weltlinkshändertag. Nehmen wir ihn doch einfach mal zum Anlass, mit ein paar Vorurteilen aufzuräumen:

So ist zum Beispiel – bei bereinigter Statistik – eine relative Gleichverteilung der Rechts- und Linkshändigkeit wahrscheinlicher ist als alles andere. Aber noch immer ist das Linkshänder-Gen nicht entdeckt, und es darf bezweifelt werden, dass es ein solches überhaupt gibt – denn immerhin kommen sogar bei eineiigen, genetisch ansonsten identischen Zwillingen unterschiedliche Händigkeiten vor.

Linkshänder sind übrigens weder kreativer und intelligenter noch unfallgefährdeter und häufiger krank als Rechtshänder. Alles Käse! Was stimmt, ist dass spezielle Linkshänder-Werkzeuge praktisch sind und dass Linkshändigkeit beim Boxen, Tennis oder Fechten zum entscheidenden Vorteil werden kann. Schade fast, dass ich Rechtshänderin bin. Aber vor der PC-Tastatur sind eh alle gleich :-)

Übrigens: Links zu diesem Beitrag sind mir sehr recht …

»Keinen Versuch es gibt«

Dienstag, 11. August 2009

Luke Skywalker: »In Ordnung, ich werde es versuchen.«

Yoda: »Nein. Versuchen nicht. Tun … oder nicht tun. Keinen Versuch es gibt.«

Zitat aus Star Wars Episode V, Das Imperium schlägt zurück, 1980

Im Grunde ist doch alles, was man tut, ein Versuch. Man darf es nur nicht zugeben, da hat der alte Jedi-Meister recht. Auch wenn er sich etwas verquer ausdrückt. Ob sein Objekt-Subjekt-Verb-Satzbau wohl vom vielen Meditieren kam? Die Antwort man nie erfahren wird …

Ein Bild sagt mehr als jeder Macho

Freitag, 07. August 2009

An dieser Online-Abstimmung zum „Ehemann des Jahres” dürfen nur Männer teilnehmen. Eigentlich schade! Ich würde für diesen durstigen, aber leider schwachen Iren stimmen:

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Und dann gäbe es noch den Griechen, dessen Frau im Holzschleppen so viel besser ist als er …

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 … den Amerikaner, dessen Frau vor dem Zelt schläft, während er es sich mit dem Fahrrad darin gemütlich macht …

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… den Serben mit der etwas ungewöhnlichen Mitfahrerinnen-Gelegenheit …

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oder den Mann aus Alaska, der lieber raucht als zu rudern …

alaskaer

 

Ohne Worte!

»Alle guten Bücher sind verschieden, aber alle schlechten sind exakt gleich«

Mittwoch, 05. August 2009

… schreibt Robert Harris in »Ghost« und erklärt auch gleich, was er damit meint: »Was diese schlechten Bücher gemein haben - egal, ob Romane oder Memoiren -, ist Folgendes: Sie klingen nicht wahr.«

»Ghost« ist kein Buch über Geister, sondern über Ghostwriter - und die Gefahr, in die man sich begibt, wenn man die Autobiografie eines korrupten Machtpolitikers ghostet. Bisweilen bissig und eindeutig lustiger, als der Titel verspricht. Kurz gesagt: Mein heutiger Lesetipp, nicht nur für Ghoster …

Kalamalmacher - Zungenbrecher mit Text-Vergangenheit

Dienstag, 04. August 2009

Was Menschen in Schreibberufen heute der Drucker ist, war früher die Feder. Und die gab es nicht bei Saturn & Co., sondern wurde vom Schreibzeugmacher angefertigt - dem Kalamalmacher. Der stellte Pappbehälter für Vogelkielfedern und Rohrfedern (calamus!) ebenso her wie Federhalter aus Ebenholz und Tintenfässer aus Horn. Schade, dass ein Beruf mit so schöner Bezeichnung inzwischen längst ausgestorben ist! Übrigens genau wie der des „Abtrittanbieters” - was nicht nur unappetitlich klingt, sondern es auch war … Spannendes Thema? Mehr darüber findet man in Rudi Pallas Buch „Verschwundene Arbeit. Ein Thesaurus der untergegangenen Berufe”. Eine ausgezeichnete Klolektüre!