Archiv für den Monat Januar 2010

An Apple a day keeps the evil away?

Donnerstag, 28. Januar 2010

Zugegeben - der Spot für das neue iPad (hier noch als iSlate bezeichnet) ist cool:

Noch cooler fand ich nur das SWR3-Zitat zum Thema:

“Das letzte Mal, als eine Tafel so große Aufmerksamkeit erregt hat, standen Gebote drauf.”

Hej, ist das nicht eine Marktlücke? Die Gebote-Funktion fehlt tatsächlich! Die Möglichkeiten wären gigantisch:

Wer illegal Musik aus dem Netz lädt, bekommt sofort eine Nachricht, die an das “Du-sollst-nicht-stehlen”-Gebot erinnert.

Pornoseiten? Lösen sofort einen Alarm mit Hinweis auf das ”Du-sollst-nicht-begehren-deines-nächsten-Weib”-Gebot aus.

Und eine E-Mail vom Sohnemann, die nicht respektvoll genug ist, wird sofort gerügt  - schließlich ist auch das “Du-sollst-Vater-und-Mutter-ehren”-Gebot von allergrößter Wichtigkeit.

Vielleicht sollte ich ich mir den Namen iSinner gleich mal schützen lassen …

Wer möchte das Reizende akzeptieren?

Montag, 25. Januar 2010

Was passiert, wenn man glaubt, für so ein bisschen Englischübersetzung reichen locker ein paar Jahre Schulunterricht? Wenn man also ignoriert, dass Simultandolmetscher unter ähnlich hohem Druck arbeiten müssen wie Fluglotsen und - ohne Zeit für Rückfragen - in rasantem Tempo gleichzeitig hören, beobachten, auch Unausgesprochenes verstehen, vorausdenken, übersetzen und zugleich sprechen müssen?

Beim Semperopernball in Dresden wurde auf beeindruckende Weise vorgeführt, dass dabei nur Käse rauskommen kann: La Toya Jackson sagte überraschenderweise mehr als nur „danke” und „ich liebe euch alle”, sodass der arme Mann in der Übersetzerkabine allein von ihrem Sprechtempo überfordert war.

Doch er war ausgesprochen kreativ und bot uns ganz erstaunliche Alternativen zum tatsächlich Gesagten:

 

Hier noch einmal die schönsten Sätze zum Nachlesen:

Ich möchte das Reizende akzeptieren … aus Dresden.
Ich weiß nicht, ob, ob Michael das gewusst hat.
Sie wissen, er gab uns 39.
Die Leute tanzten bei ihm.
Und, äh, oftmals blieben sie noch bis zum nächsten Tag.
Er dachte … alles. Meine Mutter, mein Bruder.
Auch in anderen verschiedenen Ländern.
Meine Mutter würde, äh, schreien!
Mein, äh, Bruder würde schreien … meine Schwester.
Und er würde sagen: Ihr könnt noch jünger werden!
Ihr könnt jünger bleiben.

Unglaublich?
Ja, man kann sich darüber amüsieren - we love to entertain you.
Man kann aber auch nur ganz sachlich feststellen: Mit einem Textprofi wäre das nicht passiert. Zugegeben - in diesem Fall wäre es schade um das wundervolle Fundstück …

Seh ich richtig?

Samstag, 23. Januar 2010

Wenn ich aufs Ergebnis schaue, leider ja: Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen den Tabellenletzten Ahlen leider nur ein Null zu Null geschafft.

Aber darum geht es nicht, sondern um den Schiedsrichter. Beziehungsweise die Schiedsrichterin: Sie heißt Bibiana Steinhaus, ist Polizeibeamtin und hat das Spiel heute geleitet.

bibiana-steinhaus1

Hej, ich wusste gar nicht, dass Schiedsrichterinnen inzwischen in der zweiten Herrenliga eingesetzt werden. Super!

Nächster Schritt: eine Frau als Bundestrainerin. Damit sich die jungen Millionäre mal so richtig ins Zeug legen …

 

Nix zu melden

Freitag, 22. Januar 2010

Wo Rauch ist, ist meistens auch Feuer. Deshalb sind Rauchmelder eine prima Sache. Im Prinzip. Wenn es brennt, verursachen sie ein ohrenbetäubendes Getöse, das verhindert, dass Menschen im Schlaf an einer Rauchvergiftung sterben. Ihr Signalton ist so schrill, dass man sofort aufwacht und sich in Sicherheit bringen kann.

Doof ist nur, wenn dieser Radau losgeht ohne auch nur das leiseste Fünkchen eines Feuers. Einfach so aus dem nichts heraus.

Noch doofer, wenn davon kein anderer Mitbewohner wach wird. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als mitten in der Nacht einen Küchenstuhl zu erklimmen und dem Ungetüm, das an der Decke hängt und immer lauter trötet, die Batterie zu entreißen.

Lieber Rauchmelder, du hast hier bitte nix zu melden - außer ernstgemeinten Warnungen.

Herr Doktor, Herr Doktor, ich glaub, ich hab Unwort!

Dienstag, 19. Januar 2010

Wer auf „Bad Bank” getippt hat, lag gar nicht so falsch - immerhin wurde es zum Börsenunwort des Jahres 2009. Und ich verzichte jetzt auf die Frage, ob „Börsenunwort” nicht selbst schon eins ist …

Kommen wir direkt zum Sieger! Das Rennen machte nicht die „Flüchtlingsbekämpfung”, und auch die „intelligenten Wirksysteme” unterlagen  -  das offizielle Unwort des Jahres 2009 lautet: „betriebsratsverseucht”

Die Welt verrät nicht nur, was das bedeutet, sondern auch, wo dieses Negativbeispiel der deutschen Wortbildungsvielfalt zuerst diagnostiziert wurde:

„Im ARD-Magazin ‚Monitor’ vom 14. Mai 2009 habe ein Mitarbeiter einer Baumarktkette berichtet, dass das Wort ‚betriebsratsverseucht’ von Abteilungsleitern verwendet werde, wenn ein Mitarbeiter von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wolle.”

Aha! Höchstwahrscheinlich steigt proportional mit der Anzahl betriebsratsverseuchter Filialen auch die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter an Morbus Gewerkschaft erkranken - oder gar am gemeingefährlichen Solidaritäts-Syndrom? Pfui Spinne!

Vielleicht hilft prophylaktisch ja eine Schweinegrippen-Impfung? Genug Wirkstoff müsste wohl noch vorhanden sein, sogar - wegen mangelnder Nachfrage - zum Sonderpreis. Ob die Wirkverstärker als Mittel gegen Betriebsratsverseuchung geeignet sind, ist leider nicht erforscht. Aber vielleicht helfen ihre Nebenwirkungen ja wenigstens gegen Unwortitis …

SWR3 und der Fiedel-Heini

Montag, 18. Januar 2010

Eben gehört und herzlich gelacht: “David Garrett ist ein ganz Großer des Geigensports.” Wie unterhaltsam - und das, obwohl der Meisterfiedler doch überwiegend E-Musik spielt …

In China …

Mittwoch, 13. Januar 2010

… fällt ein Reissack voller belangloser Nachrichten um. Beachtlich, wie viel da so reinpasst!

Rausgekrochen kommt jedenfalls zuerst Katy Perry, die übermütig lacht und verkündet, wie furchtbar hungrig sie sei. Dabei reibt sie ihr nicht vorhandenes Bäuchlein und tut so, als sei sie fett. Wahrscheinlich hat sie den Reis aufgefuttert, um dann die Aufmerksamkeit auf ihre Magengegend zu lenken und so zu tun, als habe sie sich aus Versehen als werdende Mutter geoutet. Tja, sowas kommt aber nicht vom Mädchenküssen, Katy!

Als nächstes befreit sich Prinzessin Caroline aus dem Sack. Hält sie Selbstgespräche? Nein, sie diskutiert mit dem Sack selbst! Verwechselt sie ihn etwa mit dem Herrn Gemahl? Kann doch nicht ihr Ernst sein. Andererseits - eine gewisse Ähnlichkeit ist unübersehbar … Doch was faselt sie da von “Aussage”? Spielt sie jetzt den dummen August, oder was?

Egal, wir vergessen die Prinzessin sofort, denn die graziösen Beine, die als nächstes zum Vorschein kommen, gehören Nicole. Kein Scherz! Sie hat genug von rasenden Weltmeistern, gibt sie bekannt, stattdessen will sie sich auf ihre Kinder … äh … Küche … äh, nein, genau, auf ihre Karriere konzentrieren. Wohlan und Aloah, kann man da nur sagen.

Oh, und wer ist die nächste? Etwa P!nk? Nein, die blonde Kurzhaarfrisur gehört dem Dornfelder unter den Fußballspielern - David Beckham. Vollkommen überschätzt sind alle beide, der Färbwein wie der Freistoßmän. Und letzterer hat’s auch mit der Farbe: Ein neues Tattoo zeigt Jesus Christ Superstar, allerdings in unbequem gebeugter Sitzhaltung. So, wie man sie manchmal beim Fußnägelschneiden einnimmt. Man darf gespannt sein, was auf die letzten freien Hautareale gestochen wird. Vielleicht ein Hungerhaken.

Ist der Sack endlich leer? Mitnichten. Da ist noch Platz für Bill Kaulitz, Bill Kaulitz’ Frisur sowie Brad Pitt, Angelina Jolie und ihre Kinderschar. Muss man darüber ein Wort verlieren? Nein.

Aber halt - wer irrt denn da noch herum? Das ist ja … tatsächlich, Dustin Hoffmann! Ihm kam zu Ohren, die Fortsetzung der “Reifeprüfung” würde gedreht und Mrs. Robinson sei schon gecastet. Nein, Dustin, das, was du meinst, ist bloß eine irische Real-Live-Polit-Doku-Soap, außerdem kommen als jugendliche Liebhaber keine Veteranen in Frage.

Aber jetzt - jetzt ist er leer, der Nachrichtensack. Wichtigeres ist den Tagesthemen zu entnehmen. Und was in China sonst noch so umfällt, findet man bei Google.

Spinnen geht über trainieren

Dienstag, 12. Januar 2010

Rumspinnen ist eine feine Sache. Mir jedenfalls macht es viel mehr Spaß als in einer verschwitzten Muckibude zu trainieren.

Offenbar geht es nicht nur mir, sondern allen Spinnern - Verzeihung: Spinnen - so. Denn die stehen nicht so auf Muskeln und sparen in den Beinen gleich sämtliche Strecker ein. Beugemuskeln genügen, gestreckt wird mit Hilfe eines hydraulischen Systems. Wie bei Citroën, nur ohne Räder.

Foto: pixelio.de

Foto: © Danny Wyatt / PIXELIO

Wie erkennt man also, ob eine Spinne noch lebt oder tot ist? Nein, man muss ihr keinen Spiegel vors Gesicht halten (haben Spinnen überhaupt Gesichter?), sondern man erkennt es an den gekrümmten, angezogenen Beinen. Denn mit ihrem Ableben sinkt auch der innere Flüssigkeitsdruck in den Spinnenbeinen. Da würden allerdings auch keine Muskelpakete mehr helfen …

Daisy - gäääähn …

Montag, 11. Januar 2010

Draußen liegt Schnee. Mindestens sieben Zentimeter. Katastrophe! Wie konnte das passieren? Mitten im Winter? Wie gut, dass wir vorbereitet waren. Hätte ich keine Unwetterwarnung im Radio gehört, ich hätte womöglich nicht den warmen Pulli angezogen, sondern ein viel zu dünnes T-Shirt – und gnadenlos gefroren.

Aber zum Glück gibt es ja das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, die uns zum Hamstern von Batterien, Kerzen, Trinkwasser und Lebensmitteln riet.

Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe? Was machen die eigentlich im Sommer? Gänseblümchen zählen?

Apropos: Dass „Daisy” nichts anderes bedeutet als „Gänseblümchen”, dürfte bekannt sein. Dass „Gans” und damit „Gänseblümchen” von der indogermanischen Wurzel „ghan” stammt, die den Gähnlaut nachahmt, ist vielleicht weniger bekannt. Aber durchaus einleuchtend, oder?

Aber bevor hier alle einschlafen, hier noch was Nostalgisches für Winterromantiker:

Salami, Socken, Salat … ach ja, und außerdem ein neues Sofa?

Freitag, 08. Januar 2010

Es ist Wochenende, das Wetter ist suboptimal statt subtropisch, in der Glotze läuft nichts Besonderes – was tun? Nun gut, mir würden locker zweiundvierzig spannende Sachen einfallen, die ich machen könnte. Doch eins ist sicher: Ein Ausflug zu IKEA würde nicht dazugehören …

Natürlich sind Köttbullar lecker, und natürlich kann man ein günstiges Salatbesteck immer mal mitnehmen. Aber warum deshalb zig Kilometer auf der Autobahn verbringen? Mir ist schleierhaft, was daran so verlockend sein soll.

Und das gilt nicht nur für IKEA - generell verstehe ich nicht, warum es derart viele Möbelhäuser gibt und warum die ständig so überfüllt sind. Eigentlich sollte es ja nur einen Grund geben, einen solchen Laden zu betreten: Wenn man sich nämlich neue Möbel kaufen möchte. Aber wie oft ist das denn der Fall? Alle 20 Jahre ein neues Sofa, alle 25 Jahre eine neue Küche, alle 100 Jahre ein neuer Schrank. Oder sieht der hier etwa aus, als müsse er dringend ersetzt werden?

schrank

Ok, die Häkelspitze sollte mal ordentlicher befestigt werden, aber ansonsten ist das Stück noch super in Schuss. Auch wenn Möbelhaus X unglaubliche Rabatte anbietet und Möbelhaus Y im Radio in aufgeregt-jubilierendem Ton verspricht, dass die Lieferung während des Aktionszeitraums kostenlos sein wird.

Nein, ich will nicht zu IKEA. Und ich will auch keine neuen Möbel. Bin ich da wirklich die Einzige?