Archiv für die Kategorie ‘Diesunddas’

A oder A? BBeide!

Dienstag, 06. April 2010

Nu isse 60, Agneta (ohne „h”) Åse Fältskog, die Heldin meiner Kindheit, bekannt als Agnetha (mit „h”), die Blonde von ABBA mit dem blauen Lidschatten, dem klaren Sopran und der unvergleichlichen Melancholie in der Stimme.

Überhaupt nicht vergleichbar vor allem mit Fridas warmem, ausdrucksstarkem Mezzosopran. Denn sie sangen stets unterschiedliche Parts und hatten ihre Solos jeweils bei den Songs, zu denen ihre Stimmen am besten passten.

Doch es gibt eine Ausnahme:

Beide haben „I don’t know how to love him” aufgenommen, das Lied der Maria Magdalena aus der Rockoper „Jesus Christ Superstar”.

Der Titel “Vart ska min kärlek föra” klingt bei Agnetha so:

 

… und bei Frida als „Vad gör jag med min kärlek” so:

Ich sag doch: Kein Vergleich. Beide super.

Tack för allt! Och: Grattis på födelsedagen, Agnetha …

 

Manchmal bin ich mein eigener Jauch

Samstag, 13. März 2010

Als ich eben mit Luke durch die heimische Flur spazierte und - wie schon oft - einmal wieder feststellte, dass halbgefrorene Maulwurfshügelbröckchen die besten Hundespielsachen überhaupt sind, passierte mir das, was sonst nur in Wallander-Krimis geschieht: Aus dem Nichts kam ein Gedanke.

Allerdings ging es dabei nicht um eine unglaubwürdige Zeugenaussage, ein gefälschtes Alibi oder allgemeinen Pessimismus. Nein, was ich da so unvermittelt im Kopf hatte, war ein Lied. Genauer gesagt das Lied “Uschi, mach kein’ Quatsch”.

Und als ob das nicht schon absurd genug wäre, überlegte ich weiter, wie unglaublich es  doch wäre, wenn ich eines Tages als Kandidatin bei “Wer wird Millionär” die Millionenfrage gestellt bekäme und die ausgerechnet lauten würde: “Wie heißt die Uschi aus dem Lied ‘Uschi, mach kein’ Quatsch’ mit Nachnamen?” (Eigentlich träume ich ja davon, mit der Frage “Welches ABBA-Mitglied wurde in Norwegen geboren” die Million zu knacken, aber das ist ein anderes Thema.)

In spann den Gedanken weiter. Jauch würde die Frage also vorlesen, ich würde lächeln, mich siegesgewiss zurücklehnen und - noch bevor die zur Auswahl stehenden Antwortmöglichkeiten eingeblendet werden - wissen: “Tulpenstängel, ist doch klar!”

Doch dann würde ich zögern: War es doch Tulpenzwiebel? Rosenzweig nicht … möglicherweise aber Butterblume? Ja, manchmal bin ich mein eigener Jauch, wenn ich so mit Luke über die Felder laufe und ihm zu seiner Erbauung gefrorene Maulwurfshügelbröckchen werfe.

Doch wenn ich dann nach Hause komme, kann ich mir zum Glück sofort Gewissheit verschaffen:

Und erfahre bei der Gelegenheit, dass das Lied von Stephan Sulke ist. Nicht von Jürgen von der Lippe, wie ich all die Jahre geglaubt habe …

 

PS: Aus aktuellem Anlass (siehe oben) wird der eigentlich für heute vorgesehene Blogbeitrag zum Thema “Aberwitzige Filmtitel” auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Erfrischend destruktiv

Montag, 08. März 2010

Leider muss darauf verzichtet werden, den Überfall auf das Berliner Pokerturnier zu kommentieren. Daher hier so gut wie unkommentiert die Hymne zum Weltfrauentag:

Dass sich Annabelle auf Amarell reimt, MUSS ein purer Zufall sein …

Hoch lebe … das Wetter

Dienstag, 02. März 2010

Wenn alle anderen Gesprächsthemen zu emotional, zu brisant, zu unergiebig oder zu aufregend sind, bleibt immer noch das Wetter.

Seit genau 50 Jahren liefert uns der TV-Wetterbericht hierzu ordentlich Futter. Fachbegriffe wie “strichweise Regen” und “vereinzelte sonnige Abschnitte” haben wir ebenso in die Alltagssprache übernommen wie “Azorenhochs” und “Tiefausläufer”.

Mir persönlich gelingt es - obwohl mich die Wetterthematik brennend interessiert - nur selten, der Vorhersage konzentriert zu lauschen. Wahrscheinlich sind die floskelhaften Formulierungen schuld - das Ohr hört automatisch weg.

Möglicherweise habe ich darum auch weggehört, als Xynthia angekündigt wurde. Scheint es nur so, oder hat man 2007 vor Kyrill wesentlich eindringlicher gewarnt? Die Auswirkungen waren jedenfalls gleich - wenigstens auf meinen Organismus: Ich wurde fürch-ter-lich schläfrig.

Wie kommt es, dass mich Orkane generell so ermüden? Ist das eine Schrulle meines Leibes, oder gibt es eine logische Erklärung? Falls ja - her damit!

Rettet das Kauderwelsch!

Dienstag, 23. Februar 2010

 

Nein, es ist eben NICHT damit getan, dass Politiker unüberlegte Stammtischparolen absondern oder dass sich Möchtegernpromis durch TV-Interviews stottern. Nein, das einzig echte Kauderwesch ist in Gefahr …

Beziehungsweise, wenn man es politisch korrekter als sintemal Martin Luther ausdrücken möchte: das Rätoromanische, jene in der Abgeschiedenheit des Schweizer Kantons Graubünden beheimatete, uralte romanische Sprache, die von ihren Sprechern „Rumantsch” genannt wird. Tatsächlich kommt der Begriff „Kauderwelsch” von Churwelsch” und bezeichnete einst die schwer verständliche Sprache der Menschen aus dem Rheintal von Chur.
Heute gibt es nur noch rund 30.000 Menschen, die Rätoromanisch sprechen, und Forscher schätzen, dass die Sprache in 50 Jahren ganz ausgestorben sein wird.

„Tschuntschientschuncontatschun tschancs tschufs”

Wäre es nicht schade um Zungenbrecher wie diesen? Ok, als Sprachanfänger muss man nicht unbedingt mit der rätoromanischen Version von „fünfhundertfünfundfünfzig schmutzige Hammel” anfangen - einer Wendung, die im Sprachalltag eh eine höchst untergeordnete Rolle spielt.
Ganz anders sieht es aus mit „Con aults ei quei cuolm?”, zu Deutsch: „Wie hoch ist dieser Berg”, was man gerade im Engadin sicher gleich mehrmals täglich sagen darf, ohne gleich als einseitig interessiert zu gelten. Oder „Tgi essas Vus?”, was so viel heißt wie: „Wer sind Sie?”

Klingt kernig. Und kompliziert …

Ok, diese Beispielsätze lesen sich wie eine zünftige Mischung aus Italienisch und Husten. Aber trotzdem ist es nicht hinzunehmen, dass Rätoromanisch einfach so ausstirbt. Warum das so ist, obwohl sie eine der vier offiziellen Amtssprachen der Schweiz ist? Wahrscheinlich liegt es daran, dass es keine einheitliche rätoromanische Schriftsprache gibt, sondern mehrere Dialekte, die sich deutlich unterscheiden. So heißt „der Fuchs” auf Sursilvan beispielsweise „l’uolp”, auf Sutsilvan „la vualp”, auf Surmiran „la golp”, auf Ober- sowie auf Unterengadinisch „la vuolp” und auf Münstertalerisch „la uolp”. Alle verwandt mit Italienisch „la volpe”, aber eben doch - anders.

Es lebe die Vielfalt!

Speisekarten, Zeitschriften, Stadtratprotokolle - alles liest und schreibt man im Engadin inzwischen auf Deutsch. Unsere Sprache verdrängt das vom Aussterben bedrohte Rätoromanisch! Das können wir nicht hinnehmen.

Ich fordere daher alle Leserinnen und Leser auf: Adoptiert sofort mindestens einen rätoromanischen Ausdruck!

Warum nicht einfach „Bien di” - klingt das nicht viel netter als unser „Guten Tag”?

Alle Fragen des Universums minus eins

Freitag, 12. Februar 2010

Dass 42 die Antwort auf alle Fragen des Universums ist, weiß inzwischen jedes Kind. Doch wie genau lautet die Frage? Vielleicht: Wo sind die ganzen Kugelschreiber hin, die ich neulich noch hatte? Warum lässt mein Drucker sein rotes Lämpchen neckisch blinken, anstatt sich auf seine Kernkompetenz zu besinnen? Keiner weiß es. Doch eines der vielen ungeklärten Rätsel der Menschheit ist jetzt gelöst:

Forscher fanden heraus, warum in Flugzeugen so häufig Tomatensaft getrunken wird!

Etwa weil sein Haltbarkeitsdatum bald überschritten ist und die FlugbegleiterInnen ihn den Passagieren aufnötigen? Oder ist es die nackte Flugangst, die Menschen dazu treibt, ein Getränk zu ordern, das sie unter normalen Umständen nicht anrühren würden?

Nein, die Antwort lautet: Es liegt am Luftdruck!

Statt ein muffiges Aroma zu verbreiten, duftet (und schmeckt) Tomatensaft in 10.000 m Höhe lecker, fruchtig, köstlich …

Der Luftdruck also. Marktlücken tun sich auf - der Druckkammergastronomie gehört die Zukunft!

Oder gibt es die längst, zumindest für die High Society? An die Stelle der soeben gelöste Frage nach dem Rätsel des Tomatensaftkonsums auf Flugreisen tritt sofort eine neue:

Welchem Druck muss ein Mensch ausgesetzt sein, um sein Kind Amadeus Benedict Edley Luis Becker zu nennen?

Rückrufaktion!

Mittwoch, 10. Februar 2010

Hiermit gebe ich bekannt, dass ich sämtliche von mir jemals verfassten Texte zurückrufe, in denen das Wort “Litfasssäule” vorkommt, denn hierbei handelt es sich um einen gefährlichen Schreibfehler.

Bitte mailen Sie die Texte umgehend an meine Textwerkstatt, das “ss” wird dort gegen ein ungebremstes “ß” eingetauscht. Nicht notwendig ist die Rücksendung, wenn in Ihrem Text bereits richtigerweise “Litfaßsäule” steht oder das Wort dort nie vorkam.

Der Umtausch wird selbstverständlich kostenlos vorgenommen, die Begründung gibt’s gratis dazu: Anders als bei Passstraße, Nusssorbet oder Fassspund stehen hier keine drei “s” nebeneinander, und das, obwohl die 2. Silbe kurz gesprochen wird, weil “Litfaß” ein Eigenname ist: Die Litfaßsäule ist nach seinem Erfinder Ernst Litfaß benannt.

Gibt es eigentlich noch Litfaßsäulen?

Perfektes Timing

Donnerstag, 04. Februar 2010

Die FDP fordert nationale Streusalzreserven. Also so etwas Ähnliches wie die US-amerikanischen Goldreserven, nur eben Salz. Salz wird den Untergang des Abendlandes verhindern. Aber auch den Untergang der FDP?

Nun wollen wir mal nicht so streng sein. Das Argument kommt wirklich zum richtigen Zeitpunkt: Am Tag NACH Einsetzen des Tauwetters. Und überhaupt NACHDEM das Thema in jeder Talkshow, in jeder Automobilzeitschrift und an jedem Stammtisch durchgekaspert wurde. Nicht zu vergessen NACHDEM die FDP “Regierungsverantwortung übernommen” hat.

Nationale Streusalzreserven - also wirklich. Sowas fordert man doch höchstens als Oppositionspartei! Aber so lange wollte sie dann doch nicht mehr warten mit dem Vorschlag, die FDP …

Seh ich richtig?

Samstag, 23. Januar 2010

Wenn ich aufs Ergebnis schaue, leider ja: Der 1. FC Kaiserslautern hat gegen den Tabellenletzten Ahlen leider nur ein Null zu Null geschafft.

Aber darum geht es nicht, sondern um den Schiedsrichter. Beziehungsweise die Schiedsrichterin: Sie heißt Bibiana Steinhaus, ist Polizeibeamtin und hat das Spiel heute geleitet.

bibiana-steinhaus1

Hej, ich wusste gar nicht, dass Schiedsrichterinnen inzwischen in der zweiten Herrenliga eingesetzt werden. Super!

Nächster Schritt: eine Frau als Bundestrainerin. Damit sich die jungen Millionäre mal so richtig ins Zeug legen …

 

Nix zu melden

Freitag, 22. Januar 2010

Wo Rauch ist, ist meistens auch Feuer. Deshalb sind Rauchmelder eine prima Sache. Im Prinzip. Wenn es brennt, verursachen sie ein ohrenbetäubendes Getöse, das verhindert, dass Menschen im Schlaf an einer Rauchvergiftung sterben. Ihr Signalton ist so schrill, dass man sofort aufwacht und sich in Sicherheit bringen kann.

Doof ist nur, wenn dieser Radau losgeht ohne auch nur das leiseste Fünkchen eines Feuers. Einfach so aus dem nichts heraus.

Noch doofer, wenn davon kein anderer Mitbewohner wach wird. Da bleibt einem nichts anderes übrig, als mitten in der Nacht einen Küchenstuhl zu erklimmen und dem Ungetüm, das an der Decke hängt und immer lauter trötet, die Batterie zu entreißen.

Lieber Rauchmelder, du hast hier bitte nix zu melden - außer ernstgemeinten Warnungen.