Archiv für die Kategorie ‘Fundsachen’

Humorlose Werbung? Stinkt mir!

Dienstag, 09. März 2010

Werbung soll verkaufen, klar. Aber vorher noch fesseln, informieren und im Idealfall unterhalten!

Hier einer meiner Lieblingsspots:

Schade eigentlich, dass das keine Deo-Werbung ist …

Wer möchte das Reizende akzeptieren?

Montag, 25. Januar 2010

Was passiert, wenn man glaubt, für so ein bisschen Englischübersetzung reichen locker ein paar Jahre Schulunterricht? Wenn man also ignoriert, dass Simultandolmetscher unter ähnlich hohem Druck arbeiten müssen wie Fluglotsen und - ohne Zeit für Rückfragen - in rasantem Tempo gleichzeitig hören, beobachten, auch Unausgesprochenes verstehen, vorausdenken, übersetzen und zugleich sprechen müssen?

Beim Semperopernball in Dresden wurde auf beeindruckende Weise vorgeführt, dass dabei nur Käse rauskommen kann: La Toya Jackson sagte überraschenderweise mehr als nur „danke” und „ich liebe euch alle”, sodass der arme Mann in der Übersetzerkabine allein von ihrem Sprechtempo überfordert war.

Doch er war ausgesprochen kreativ und bot uns ganz erstaunliche Alternativen zum tatsächlich Gesagten:

 

Hier noch einmal die schönsten Sätze zum Nachlesen:

Ich möchte das Reizende akzeptieren … aus Dresden.
Ich weiß nicht, ob, ob Michael das gewusst hat.
Sie wissen, er gab uns 39.
Die Leute tanzten bei ihm.
Und, äh, oftmals blieben sie noch bis zum nächsten Tag.
Er dachte … alles. Meine Mutter, mein Bruder.
Auch in anderen verschiedenen Ländern.
Meine Mutter würde, äh, schreien!
Mein, äh, Bruder würde schreien … meine Schwester.
Und er würde sagen: Ihr könnt noch jünger werden!
Ihr könnt jünger bleiben.

Unglaublich?
Ja, man kann sich darüber amüsieren - we love to entertain you.
Man kann aber auch nur ganz sachlich feststellen: Mit einem Textprofi wäre das nicht passiert. Zugegeben - in diesem Fall wäre es schade um das wundervolle Fundstück …

SWR3 und der Fiedel-Heini

Montag, 18. Januar 2010

Eben gehört und herzlich gelacht: “David Garrett ist ein ganz Großer des Geigensports.” Wie unterhaltsam - und das, obwohl der Meisterfiedler doch überwiegend E-Musik spielt …

Ganz schön witzig …

Mittwoch, 02. Dezember 2009

Beauty is nothing without brains … Dem ist nichts hinzuzufügen. Tolle Werbung! Danke, Elke, für den Tipp!

Sind wir nicht alle ein bisschen Pippi?

Samstag, 28. November 2009

Das Wortfeilchen behauptet, die eigentliche Pippi zu sein. Aber dazu ist sie ja viel zu jung, nicht wahr? Außerdem kann ich beweisen, dass meine Kindheit genauso langstrümpfig war wie ihre:
kinderbild-pippi-ausschnitt

Dass ich mich an Fasnacht als Pippi verkleidete, war sowas von selbstverständlich, ebenso wie die Tatsache, dass Funkenmariechen-Kostüme nicht in die Tüte kamen.

Als eines sonntagnachmittags (14 Uhr? Lief Pippi nicht immer am frühen Nachmittag?) die Fernsehansagerin sprach: “Und heute, liebe Kinder, kommt Pippi zum letzten Mal zu euch”, musste ich sehr weinen. Hätte mir damals jemand gesagt, dass es Wiederholungen geben würde und Videos und DVDs und YouTube und Stieg Larsson, der seine Figur Lisbeth Salander als erwachsene Pippi Langstrumpf erschuf, es hätte mich wirklich getröstet!

“Gefriergezuckert”, “Rückentwrackung”, “Rundhalszelt” und Co. - sorry, ihr müsst leider warten …

Mittwoch, 21. Oktober 2009

Eigentlich wollte ich ja heute einen Blogbeitrag über meine schönsten Wortkreationen schreiben.

Wie gesagt: “gefrierzuckert” - für dieses herrliche Naturphänomen an sonnigen Vormittagen nach freuchteisigen Nächten.

Oder “Rundhalszelt” - für die unförmigen Mode-für-Mollige-Kreationen ohne erkennbaren Schnitt, in denen jeder einfach nur aussieht wie ein Kartoffelsack.

Oder “Rückentwrackung”-  für den hilflosen Versuch, die Spuren des Älterwerdens durch aufwändige kosmetische Maßnahmen zu kaschieren.

Oder - eine Erfindung meines Bruders Björn - der “soziale Wetteinsatz”, der den Weg in den Duden zwar noch nicht gefunden hat, dem aber in Diskussionen selten widersprochen wird.

Aber ich werde das aus gegebenem Anlass auf einen späteren Zeitpunkt verschieben müssen und stattdessen einen aktuellen Fund präsentieren:

 

img_33943

 

Was für ein nachhaltiger Käse!

Fünfhundertsieben Johannisbrotbaumsamen oder eine kleine Orange

Mittwoch, 30. September 2009

Die Samen des Johannisbrotbaums sind hörnchenförmig gebogen und hießen daher im Griechischen „kerátion” - was die Verkleinerungsform ist von „kéras”, Horn. Daraus wurde im Arabischen „qirat” und im Mittellateinischen „carratus”. Mit Karate hat es also nichts zu tun, wenn der jüngst in einem südafrikanischen Bergwerk gefundene Riesendiamant als 507-Karäter bezeichnet wird. Er sei ungefähr so groß, wie eine kleine Orange, sagte ein Sprecher des Diamantenförderers. Passender Vergleich - abgesehen vom Preis. Wenn die Orangen irgendwann 18 Millionen pro Stück kosten, muss man den Sekt wohl wieder pur trinken …

UEMOU - verzweifelt gesucht

Freitag, 18. September 2009

So viel ist klar: „uemou” ist kein Wort. Sondern die Mitte eines Begriffs, den ich eben in einer Werbeanzeige entdeckt habe. Davor und danach fehlt noch was. Aber was? Na, wer kommt drauf?

Ok,  ganz ohne Tipps kann man die Nuss kaum knacken, denn das uemou-Wort ist nicht ganz korrekt geschrieben. Ich muss wohl ein bisschen was verraten …

Hinweis 1: Das „ue” müsste eigentlich „u” heißen
Hinweis 2: Oder aber „ü” - wäre laut Duden auch richtig
Hinweis 3: Es handelt sich um ein frenglishes Kuppelwort

Schon Ideen?

Ok, dann verrate ich, WER damit geworben hat …

Auf dieser Seite findet sich der gesuchte Begriff übrigens ebenfalls. Allerdings VÖLLIG anders geschrieben …

Wenn jetzt schon jemand draufkommt, find ich das total dufte!

Zu viel Sonne ist gar nicht gut

Montag, 14. September 2009

Wer zuweilen eine deutsche Gastwirtschaft besucht, kennt sicher dieses Gefühl, wenn man nach dem zweiten Wein oder Bier Lust auf eine frischgebackene Brezel bekommt. Hach, herrlich wär das, wenn es die gäbe!

Es gibt sie aber nicht. Weil Chips schlecht für Figur und Gewissen wären, greift man zu trockenen Brezeln. Im Zweierpack. Warum auch immer - eigentlich will kein Mensch noch eine zweite essen. Nachdem man die erste mit Mühe zu Staub zermalmt hat, erscheinen die Chips-Kalorien doch als kleineres Übel …

Wütend auf sich selbst blickt man auf die Folienverpackung und liest dann überrascht - sofern man Huober-Brezeln erwischt hat - folgenden Slogan:

„Die Marke durch die dreimal die Sonne scheint”.

Nein, das ist keine durch eine Überdosis Salz hervorgerufene Halluzination, wie das Internet bestätigt. Sogar auf Englisch: „The brand the sun shines through three times.”

WAS WOLLEN UNS DIESE WORTE SAGEN?
Hier mal der Vorschlag einer Gedankenkette:

♦ Da fehlt ja ein Komma.
♦ Aber das hätte auch nicht viel gerettet.
♦ Was für eine Botschaft soll das denn überhaupt sein?
♦ Ähm, ja, ok, erst scheint die Sonne auf das Getreide.
♦ Und dann verließen sie ihn …
♦ Außerdem: AUFS Getreide, nicht hindurch.
♦ Oder meinen die etwa …?
♦ Nein, das ist doch zu albern!
♦ Jede Brezel ist doch geformt wie eine Brille für Dreiäugige …
♦ Durch Teig hindurch dringt eh kein Licht.
♦ Die Brezel selbst besteht ja nicht aus der Luft dazwischen.
♦ Wie ein Lattenzaun aus Latten, weniger aus Zwischenraum …
♦ Außerdem führt „die Marke” ja auch Knabberstangen und Cräcker.
♦ Und die haben gar keine Sonnendurchlasslöcher!
♦ Überhaupt: Was ist, wenn gar keine Sonne scheint?
♦ Was, wenn’s regnet, schneit, hagelt?
♦ Und nachts?
♦ Chips schmecken eh besser.
♦ Und Durst krieg ich auch wieder!
♦ Morgen hab ich bestimmt wieder Kopfweh.
♦ Zu viel Sonne ist einfach gar nicht gut fürs Oberstübchen …

Brainstorming verursacht Sturm im Wasserglas

Montag, 07. September 2009

Wasser ist zum Waschen da. Oder zum Trinken. Oder zum Wasserflaschen-Aufschrift-Lesen-und-sich-Wundern.
Was haben sich die Vittel-Leute denn hierbei gedacht?

"gemeinsam Vitalität für alle Familie praktisch"

"gemeinsam Vitalität für alle Familie praktisch"

Welche Botschaft ist denn hier verborgen? Hat da wer gebrainstormt und drauf verzichtet, aus den Schlüsselbegriffen eine Aussage zu schnitzen? Oder ist das jetzt der allerneueste Trend? Muss man gar nicht mehr TEXTEN, sondern wirft man dem Verbraucher einfach ein paar Begriffe hin, aus denen er dann selbst was machen kann? Vielleicht eine Reizwortgeschichte wie in der Grundschule? Oder ein Nonsense-Gedicht?

Ich komme nicht darüber hinweg, dass hierfür jemand Geld bekommen hat:

gemeinsam

Vitalität

für alle

Familie

praktisch

Fehlt nur noch: HURZ!