Archiv für die Kategorie ‘Fundsachen’

Nomen est omm-ommm-ooooooooo-meeeeeeeeeen

Donnerstag, 26. August 2010

Ein guter Produktname ist leicht merkbar, problemlos auzusprechen und klangvoll , soll dabei die richtigen Assoziationen wecken und überhaupt einzigartig sein. Ein perfekter Name kann noch mehr als das: Er KLINGT wie sein Produkt:

Ist das, was hier für Motorräder so eindrucksvoll nachgewiesen wurde, auch auf andere Produktgruppen übertragbar? Wie klingt es, wenn Hunde Nassfutter verschlingen (Chappi)? Oder wenn jemand traurig ob des Flecks im Lieblingskleid aufstöhnt (Ace)? Wenn ein fast fertig zusammengebautes Regal aus Streichhölzern unerwartet in sich zusammenkracht (Ikea)? Oder wenn die Waschmaschine auf Schleudergang schaltet (Rei)? Na also! Weitere Beispiele? Her damit!

Es ist … doch kein Klatschverstärker!

Montag, 23. August 2010

Im Frühjahr schon wurde hier fleißig über Sinn und Zweck dieses Fundstücks nachgedacht:

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Der Platz ist noch immer der gleiche, auch wenn aus der D-Jugend-Mannschaft inzwischen ein C-Jugend-Team geworden ist. Das gestrige Fußballturnier, das gefühlte 37 Stunden gedauert hat und bei dem es geschätzte 358 Regenschauer (und ein Gewitter) gab, brachte endlich die heißersehnte Abkühlung Aufklärung:

Wenn ein Traktor mit Anhänger rückwärts in Richtung der Betonmauer parkt und man von oben Heu auf den Anhänger schaufelt, stellt dieses Metallteil eine wunderbare Rutsche dar, die dafür sorgt, dass kein Hälmchen danebengeht.

Wie ausgefuchst! Also DARAUF hätten wir wirklich kommen können …

Dass begeisterte Eltern ihren Jungs zujubeln und beim Klatschen die schallverstärkende Wirkung unter dieser Heurutsche nutzen, ist demnach zwar nicht im Sinne des Erfinders, aber er wird wohl auch nichts dagegen haben.

Ich sag’s ja: Weil Worte wirken …

Freitag, 25. Juni 2010

Schon ein bisschen absurd, dass ausgerechnet die Bild mit der Macht des Wortes wirbt. Aber welche Wirkung das richtige (oder falsche ) Wort zum richtigen (oder falschen) Zeitpunkt hat, zeigt dieser Spot auf recht schonungslose Weise:

Bauer sucht Nummer

Sonntag, 20. Juni 2010

Als im Mai die neuen Telefonbücher rauskamen, staunte ich nicht schlecht darüber, dass der landwirtschaftlich orientierten Bevölkerung  ein Exemplar direkt an den Arbeitsplatz geliefert wurde. So sah das damals aus. Doch verregnete und stürmische Frühlingstage machten aus weißen und Gelben bald wellige Seiten.

Und dann kam der Tag, der alles veränderte … Wer schon immer mal wissen wollte, wie ein frisch gemähtes Telefonbuch aussieht, der schaue und staune:

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Ich hoffe doch sehr, dass die agrikulturelle Kommunikation darunter ebensowenig leiden wird wie die Arterhaltung im ländlichen Raum …

Mein Hund findet’s jedenfalls zum In-die-Luft-Gehen:

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Ich zeig euch allen den Vogel!

Freitag, 18. Juni 2010

Wer sagt, dass Vögel niedlich sind? Bemerkt denn niemand ihre fiesen, ruckartigen Kopfbewegungen, die eindeutig auf ihre Verwandtschaft mit Scharfzahn und Co. schließen lassen? Hat denn keiner von euch Jurassic Park gesehen? Oder wenigstens dieses Beweisstück:

Lebensmotto dieses Gesinnungssauriers: Besser das Katzenfutter im Schnabel als neben den Spatzen auf dem Dach Kohldampf schieben …

Danke, Constanze, für dieses Fundstück!

Genialität hat kein Verfallsdatum

Montag, 07. Juni 2010

Richtig gute Filme schaut man sich wieder und wieder an. Und entdeckt dabei jedesmal neue Details, sodass man schließlich immer begeisterter wird.
Auch bei Büchern funktioniert das. Sogar bei Krimis werden Wiederholungstäter zum Qualitätsprüfer. Ich zumindest habe nach spätestens drei Jahren vergessen, wer der Mörder ist, und kann meine Lieblingsbücher dann noch mal genießen.
Was bei Unterhaltung und Spannung gilt, ist bei Humor eine besondere Herausforderung: Kann man wirklich immer wieder über einen Gag, einen Film, einen Sketch lachen? Oder zaubert er nach der dritten Wiederholung nur noch ein schwaches Grinsen aufs Gesicht des Zuschauers?
Den ultimativen Genialitätstest besteht dieses Stück TV-Humor ganz problemlos:

Danke, Hape Kerkeling, für Reh, Habicht, Hurz und des Kaisers neue Kleider :-)

Lauter Vorurteile …

Mittwoch, 26. Mai 2010

Klar, Frauen stehen auf Schuhe und Männer meinen, besser einparken zu können. Gähn. Dass dieser Spot dennoch witzig ist, liegt daran, dass man über alles lachen darf. Sogar über Rollenklischees.

 

Ich persönlich nähme natürlich am liebsten beides: das Ankleidezimmer UND das Pilsje :-)

Extrem-Neudeutsching

Donnerstag, 20. Mai 2010

Nächstes Wochenende finden in Kaiserslautern die rheinland-pfälzischen Meisterschaften im Splashdiving statt.

Splashdiving!

Das klingt nach Trendsportart für emotional unterversorgte Erfolgstypen, die eine teure Ausrüstung brauchen und ein Hobby mit schickem Namen, um sich wichtig und cool zu fühlen. Die niemals Schlauchboot fahren würden, aber gerne raften gehen. Die kein Zeitfenster übrig haben, um ihr Brennholz selbst zu hacken - aber “Timbersports” irre maskulin finden. Oder denen jegliche Ausrede recht ist, um nicht bügeln zu müssen - es sei denn als Vorbereitung für eine Extreme-Ironing-Challenge.

Mag sein, dass manche Übersetzung tatsächlich nach “mehr” klingt. Aber was, bitte sehr, hat “Splashdiving”, was seiner deutschen Bezeichnung fehlt?

Also ich bleibe lieber beim Original und nenne die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft bei ihrem klangvollen deutschen Namen:

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Das Buch der Narren

Montag, 17. Mai 2010

Wahrscheinlich hat mal wieder niemand dran gedacht: Heute ist Weltfernmeldetag!

Ja, den gibt’s. Und er ist sogar von der UNO anerkannt. Sicher, Ballacks Knöchel wird mehr Aufmerksamkeit zuteil als diesem Aktionstag, aber irgendwer muss ja für ausgleichende Gerechtigkeit sorgen. Also übernehm ich das mal eben.

Heute ist ein Leben ohne Telefon nicht mehr vorstellbar. 1877 war das noch völlig utopisch. Der damalige US-Präsident Rutherford B. Hayes meinte sogar: „Eine erstaunliche Erfindung. Aber wer sollte sie jemals benutzen wollen?”
Nun, es fanden sich doch ein paar Interessenten …

Das erste Telefonbuch aller Zeiten erschien bereits ein Jahr später in Connecticut. Es enthielt gerade mal 50 Einträge. Das erste Berliner Telefonbuch stammt aus dem Jahr 1881 und hieß offiziell „Verzeichniss der bei der Fernsprecheinrichtung Betheiligten”. Die Berliner ignorierten die Bedeutung dieses Werkes ebenso wie die tatsächliche Anzahl der Einträge, die bei 185 lag, und nannten das Telefonbuch respektlos „Buch der 99 Narren”. Wenn man bedenkt, dass einer der ersten Sätze, die je durch ein Telefon übermittelt wurden, „Das Pferd frisst keinen Gurkensalat” war, ist diese Einschätzung gar nicht mal so weit hergeholt.

Doch der Siegeszug des Telefons war nicht aufzuhalten - auch nicht in Berlin. Schon 1889 konnte Generalpostmeister Heinrich von Stephan den zehntausendsten Teilnehmer begrüßen. Bei diesen - inzwischen deutlich mehr als 99 - Narren handelte es sich vor allem um Bankhäuser, Kaufläute, Fabrikanten und Institutionen wie den Reichstag, das Polizeipräsidium oder das Landgericht.

Heute gehören Telefonbuch und Gelbe Seiten zu den bekanntesten Informations- und nicht zuletzt auch Werbemedien.

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Die jährliche Gesamtprintauflage liegt bei 32 Millionen Exemplaren. Zwei davon liegen auf einem Pfälzer Feld. Zwar ohne jeden ersichtlichen Grund, doch nicht ganz sinnlos - immerhin hätte ich ohne diesen Fund niemals entdeckt, dass heute Weltfernmeldetag ist. Und das wäre doch wirklich sehr schade …

Heilig’s Blechle: Was ‘n‘ das?

Montag, 10. Mai 2010
Auch wenn die deutsche Standardsprache rund 75.000 Worter umfasst und der gesamte deutsche Wortschatz - mit Ableitungen, Komposita und Neubildungen – auf eine halbe Million geschätzt wird (ohne Fachsprachen –  allein der Chemie verdanken wir rund 20 Millionen Benennungen), trifft man doch immer wieder auf Gegenstände (und Zustände), für die es noch keine Bezeichnung gibt.

So musste 1999 gar ein Wettbewerb ausgerufen werden, um für das Gegenteil von „durstig” – analog zu „satt” – eine Entsprechung zu finden. Dass sich „sitt” noch immer nicht durchgesetzt hat, steht auf einem anderen Blatt. Auch für das Kunden-Waren-Trennstäbchen gibt es erstklassige Vorschläge (wie „Meins-Deins”), die es noch nicht in den Duden geschafft haben. Für alle anderen unbenannten Dinge hat das wunderbare Douglas-Adams-Buch „Der tiefere Sinn des Labenz” großartige Namen parat.

Doch heute gehen wir noch einen Schritt weiter. Schwieriger als Gegenstände und Gefühle, für die es bisher noch kein Wort gab, sind nur noch solche Fundstücke zu benennen, deren Funktion dem aufmerksamen Betrachter völlig schleierhaft ist. Wie zum Beispiel dieses Etwas:

Sinnloses Etwas - dankenswerterweise fotografiert von Petra Horbach

Sinnloses Etwas - dankenswerterweise fotografiert von Petra Horbach

 

Zu bestaunen ist es am Rande eines Westpfälzer Dorfsportplatzes. Hier entdeckten es unlängst eine Handvoll scharfsinniger Eltern, die einem D-Jugend-Spiel beiwohnten und sich in in einer windgeschützten Ecke mit weltbewegenden Gesprächen von der Frühlingskälte ablenkten. Was lag also näher, als gemeinsam darüber zu philosophieren, wozu dieses Dingens wohl dienen mag?

Als Halterung für eine Bandenwerbung kommt es wohl kaum in Frage – es sei denn, die Werbung richtet sich an über dem Platz schwebende Schmetterlinge, Spatzen oder Hummeln. Auch als Regenschutz taugt es nicht wirklich, dazu ist es zu kurz. Sollten hier vielleicht einstmals Solarzellen angebracht werden, bevor die Lokalpolitik – wahrscheinlich nach einer wahlergebnisbedingten Veränderung der Mehrheitsverhältnisse im Gemeinderat – den Plan wieder verwarf? Oder handelt es sich um eine Zielscheibe für Wettbewerbe, die mit Weitspucken (oder Schlimmerem) zu tun haben? Die Roststreifen an der Wand lassen derartige Vermutungen durchaus zu …

Ob das Etwas ursprünglich als Klatschverstärker installiert worden ist, wage ich persönlich zu bezweifeln. Doch als solcher taugt er ganz hervorragend. Auch Torjubelschreie werden vervielfacht, wenn man den Kopf unter das Wandmetall steckt und das blecherne Echo nutzt. Funktionierte hervorragend. Acht mal. Ohne Gegentor. Ob es sich womöglich gar um ein Zauberblechle handelt?