Archiv für die Kategorie ‘Namenhaft’

Nomen est omm-ommm-ooooooooo-meeeeeeeeeen

Donnerstag, 26. August 2010

Ein guter Produktname ist leicht merkbar, problemlos auzusprechen und klangvoll , soll dabei die richtigen Assoziationen wecken und überhaupt einzigartig sein. Ein perfekter Name kann noch mehr als das: Er KLINGT wie sein Produkt:

Ist das, was hier für Motorräder so eindrucksvoll nachgewiesen wurde, auch auf andere Produktgruppen übertragbar? Wie klingt es, wenn Hunde Nassfutter verschlingen (Chappi)? Oder wenn jemand traurig ob des Flecks im Lieblingskleid aufstöhnt (Ace)? Wenn ein fast fertig zusammengebautes Regal aus Streichhölzern unerwartet in sich zusammenkracht (Ikea)? Oder wenn die Waschmaschine auf Schleudergang schaltet (Rei)? Na also! Weitere Beispiele? Her damit!

Adlerauge, sei wachsam

Freitag, 20. August 2010

Es geht doch nichts über eine Schlusskorrektur vorm Drucken. Buchstabendreher, Tippfehler, falsche Trennungen oder - gerade gestern erlebt - Blindfotos statt der echten Mitarbeiterporträts kommen nun mal vor. Idealerweise nur in der vorletzten Version.

Schon in Zeiten, als die Protextbewegung noch Zukunftsmusik war, gab es Leute, die am falschen Ende sparten. Wie jener Drucker, der im Jahr 1586 das Lübecker Stadtrecht verlegte. Ob er nur aufs Korrekturlesen verzichtete oder sogar selbst sinnentstellende Änderungen vorgenommen hat, das Resultat bleibt sich gleich: Der Text strotzte nur so vor Fehlern - und der Name des Buchdruckers wurde zum Symbol für derartige Verschlimmbesserungen.

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Wie er hieß? Sein Familienwappen verrät es, wenn man die Abbildungen wörtlich nimmt …

Klingt lecker - ist es aber nicht unbedingt

Mittwoch, 11. August 2010

Von allen Lebensmitteln, die ich ungerne (bzw. niemals) zu mir nehme, hat Lakritze den mit Abstand schönsten Namen. LAKRITZE - das klingt so herrlich nach frechdachsigen Gören und Lausbuben und einem kernig-süßen Kauvergnügen und nach früher und überhaupt. Vielleicht schmeckt es ja auch danach - denjenigen, die Lakritze mögen. Mir genügt es, das Wort zu mögen und nachzuschauen, was es ursprünglich bedeutet: Es kommt nämlich von Mittelhochdeutsch „lakerize” und Althochdeutsch „lacricie”, was wiederum vom mittellateinischen „liquiricia” bzw. dem griechischen „glycyrriza” entlehnt ist. Ursprünglich kommt es von Griechisch „lycys” (süß) und „rhiza” (Wurzel) - denn Lakritze wird aus Süßholzwurzel hergestellt. Wie der Name im Grunde schon sagt, wenn man Griechisch kann. (Wer nicht Griechisch kann, mag vielleicht lieber salzige Lakritze.) Nicht verwandt ist Lakritze übrigens mit dem Wort Likör, obwohl sich die lateinische Version unter volksetymologischem Einfluss des Wortes „liquor” (Flüssigkeit) zu „liquiricia” wandelte. Wenngleich der ja auch süß schmeckt. Und ich ihn nicht mag …

Wo ist der Haken?

Freitag, 16. Juli 2010

»Fehlt da nicht ein Apostroph?«

»Ein Apostroph? Wo denn?«

»Na da, auf dem Plakat: ›Charles Knie‹.«

»Wieso, der Typ heißt einfach so: Charles Knie. Stünde da Charles’ Knie, dann wäre das Knie von einem Charles gemeint.«

»Und wenn das Knie von einem Charles Knie gemeint wäre?«

»Dann stünde da ›Charles Knies Knie‹. Auch ohne Apostroph.«

»Und wenn der Nachname nicht ›Knie‹ wäre, sondern ›Knies‹?«

»Stimmt, dann hieße es: ›Charles Knies’ Knie‹.«

»Ich wusste doch, da fehlt ein Apostroph …«

Laaaaangweilig!

Mittwoch, 16. Juni 2010

Dass viele Favoriten, Geheimfavoriten und Exfavoriten in Südafrika Angsthasenfußball spielen, ist wohl leider nicht zu ändern. Wenden wir uns also einem spannenderen Thema zu - den WM-Teams. Wer hat den schönsten Spitznamen?

Kategorie 1: Farbe bekennen

Mit den Trikots ist es so ähnlich wie auf dem Ritterturnier - man will erkennen, ob man Freund oder Feind vor sich hat. Doch während die Ritter ihr Wappen auf dem Schild tragen, brauchen die Spieler zwei freie Hände (beispielsweise zum Foulen oder damit sich in ihnen die Hand Gottes materialisieren kann). Deshalb tragen sie ihr Wappen quasi auf dem Leib. Und lassen sich ganz gerne nach den Farben dieser textilen Statements benennen: So bezeichnet man die Nationalmannschaft Argentiniens als „La Albiceleste” (Weiß und Himmelblau), die Chilenen als „La Roja” (Rot), die Paraguayer als „Albiroja” (Weiß und Rot), die Franzosen als „Les Bleus” (Blau) oder „Equipe Tricolore” (dreifarbige Mannschaft), die Neuseeländer als „All Whites” (ganz in Weiß), die Serben als „Plavi” (Blau) und nicht zu vergessen die Niederländer als „Oranje” (Orange).

Kategorie 2: Auserwählt um zu siegen

Natürlich handelt es sich bei einer Nationalmannschaft um das „Best of” aller Spieler eines Staates. Sofern sie nicht verletzt sind oder den Trainer durch unreifes Verhalten verärgert haben. Auf den jungen Fußballmillionären lastet also Verantwortung - eine ganze Nation erwartet nicht weniger als den Cup von ihnen. Daran erinnern Bezeichnungen wie „La Seleccion” in spanischsprachigen Ländern bzw. „A Seleção” in portugisischsprachigen. Die Slowaken kürzen ihr Wort für „Auswahl” (Reprezentacia) ab und nennen ihr Team „Repre”. Abgekürzt wird auch in der Schweiz, wo man aus der Nationalmannschaft schlicht „Nati” macht - was ein bisschen nach Hooligan-Müsli klingt.

Kategorie 3: Gib ihnen Tiernamen!

Nach den bisherigen WM-Spielen wäre man geneigt, die meisten Teams als „Schnecken”, „Faultiere” oder „Esel” zu bezeichnen. Tatsächlich haben sie aber Namen wie „Wüstenfüchse („Les Fennecs” - Algerien), „Elefanten” („Les Elephants” - Elfenbeinküste), „Tiger” („Tigers” - Südkorea), „Drei Löwen” („Three Lions” - England) „Die unbezähmbaren Löwen” (Les Lions Indomptables” - Kamerun) oder „Superadler” („Super Eagles” - Nigeria). Geradezu entzückend dagegen ist der Spitzname „Kanarienvögel” („Os Canarinhos”) für die Teilzeitzauberer aus Brasilien …

Kategorie 4: Mehr Abwechslung, bitte!

Geradezu poetisch sind dagegen Namen wie „Schwarze Sterne” („Black Stars” - Ghana), „Kleine Drachen” („Zmajceki” - Sowenien) oder „Blaue Samurai” („Samurai Blue” - Japan). Humor beweisen die Australier mit dem Spitznamen „Socceroos” (aus „Soccer” und „Kangaroos”) und die Dänen mit „Danish Dynamite” („dänisches Dynamit”) bzw. „Olsenbanden”. Wer auf die Idee kam, eine so defensiv aufspielende Mannschaft wie die der Griechen als „Piratenschiff” („To Piratiko”) zu bezeichnen, bleibt wohl ein ewiges Fußballrätsel. Den schönsten Namen für ihre Nationalmannschaft haben aber eindeutig die Gastgeber: Mit „Bafana Bafana” („die Jungs”) ist Südafrika auf jeden Fall Namensweltmeister.

Und die Deutschen? Glänzen lieber auf dem Platz. Jogis Jungs werden übrigens im Ausland als „Mannschaft” bezeichnet. Und jeder weiß, dass am Ende die beste Mannschaft Weltmeister wird …

Extrem-Neudeutsching

Donnerstag, 20. Mai 2010

Nächstes Wochenende finden in Kaiserslautern die rheinland-pfälzischen Meisterschaften im Splashdiving statt.

Splashdiving!

Das klingt nach Trendsportart für emotional unterversorgte Erfolgstypen, die eine teure Ausrüstung brauchen und ein Hobby mit schickem Namen, um sich wichtig und cool zu fühlen. Die niemals Schlauchboot fahren würden, aber gerne raften gehen. Die kein Zeitfenster übrig haben, um ihr Brennholz selbst zu hacken - aber “Timbersports” irre maskulin finden. Oder denen jegliche Ausrede recht ist, um nicht bügeln zu müssen - es sei denn als Vorbereitung für eine Extreme-Ironing-Challenge.

Mag sein, dass manche Übersetzung tatsächlich nach “mehr” klingt. Aber was, bitte sehr, hat “Splashdiving”, was seiner deutschen Bezeichnung fehlt?

Also ich bleibe lieber beim Original und nenne die Rheinland-Pfalz-Meisterschaft bei ihrem klangvollen deutschen Namen:

ARSCHBOMBENWETTBEWERB

Frühzeitige Sackgassenwarnung

Dienstag, 04. Mai 2010

Hat Badesalz da vor Jahren schon die bittere Wahrheit geahnt? Haben wir nicht richtig zugehört? Hätte man mit Humor Schlimmeres verhindern können?

Lachen ist, wie am Weltlachtag gelernt, gesund. Auch wenn man über schlimme Themen lacht. Solange man sie dennoch ernst nimmt …

Und täglich grüßt der Rollmops

Donnerstag, 29. April 2010

Was haben „Schnecke”, „Hündchen”, Wurm” und „kleine Ente” gemeinsam? Nun, sie bezeichnen alle dasselbe. In ihrer jeweiligen Übersetzung. So wie der tschechische bzw. slowakische „Rollmops” (zavináč). Und auch wenn dieser nicht täglich auf dem Speiseplan steht - auf den Tisch kommt er dennoch ständig. Auf den Schreibtisch, genauer gesagt …

Gemeint ist natürlich … das @-Zeichen, das 1971 für elektronische Post definiert wurde und ohne das keine E-Mail-Adresse funktioniert!

Man lese und staune, wie fantasiereich sein Name in den unterschiedlichen Sprachen übersetzt wird - von „Elefantenohr”, „Affenschwanz” oder „Strudel”:

Animalische Wortwahl:

Im Zeichen des Affen

Besonders häufig wird unser nächster tierischer Verwandter bemüht: Als „Klammeraffe”, „Affenschaukel”, „Affenohr” und „Affenschwanz” kennt man das @-Zeichen in deutschen Büros. Letztgenannte Version entspricht auch der niederländischen Bezeichnung „apenstaartje”. Auch in Polen sagt man „małpka” (Äffchen) und in Bulgarien „маймунско a” (Affen-A). Während die Russen das „Hündchen” bemühen (sobačka), die Ungarn den „Wurm” (kukac) und die Griechen die „kleine Ente” (papaki), sagt der Italiener klangvoll „chiocciola” (Schnecke). Unsere nordischen Nachbarn wählen tierische Umschreibungen: In Island heißt es „fílseyra” (Elefantenohr), in Dänemark und Schweden „snabel-a” (Rüssel-A).

Feinsinnige Metaphern, kringelige Umschreibungen oder staubtrockene Vokabel?

Das schönste Sprachbild kennt man übrigens im Türkischen: Da heißt das @-Zeichen ganz romantisch „gul” - Rose!
Andernorts geht es deutlich bodenständiger zu: „A bildua” (A gerollt) sagt der Baske, „Ohrwaschel” der Österreicher, während der Norweger „krøllalfa” (Kringel-Alpha) verwendet und man in Bosnien-Herzegowina die herzallerliebste Bezeichnung „ludo A” (irres A) gebraucht. Auch hier folgt die Sprache der Form des Zeichens.
Ganz sachlich spricht man dagegen in Litauen: Hier trennt ein simples „Eta” den personenbezogenen Benutzernamen vom maschinenbezogenen Domainnamen. In Spanien und Portugal entspricht „arroba” - der Name des @-Zeichens - der Gewichtseinheit für einen Viertelzentner. Natürlich aus historischen Gründen. Und in Finnland sagte man anfangs „taksamerkki” (Gebühren-Zeichen) oder „yksikköhinnan merkki” (Stückzahl-Zeichen). Doch das hat der Finne sich - wahrscheinlich in der Sauna - noch mal durch den Kopf gehen lassen, und inzwischen bevorzugt er das technischere „ät-merkki” oder das bildhaftere „kissanhäntä” - den Katzenschwanz. Na also!

Wer hat’s erfunden?

Dass das @-Zeichen erst in Zusammenhang mit der E-Mail entstand, stimmt übrigens nicht. Sonst wäre es wohl kaum auf den Tastaturen der ersten Heimcomputer aus den 1980er Jahre zu finden gewesen. Und schon damals war das Symbol uralt: Es taucht bereits in lateinischen Handschriften aus dem Mittelalter auf - möglicherweise als Abkürzung für „ad” (an, zu). In der frühen Neuzeit machte der Klammeraffe Karriere als Gewichtsmaß oder im Handelswesen. Heute steht es symbolisch für das Internetzeitalter - und dafür, dass in unserer hochtechnisierten Welt immerhin Platz für fantasievolle Namen bleibt!
@ alle, die weitere Bezeichnungen, Übersetzungen oder Verwendungen des Klammeraffen kennen: verratet ihr sie mir? Ich bin gespannt!

E15 - der Unaussprechliche.

Donnerstag, 22. April 2010

Wer es ernsthaft probiert, den Namen Eyjafjallajökull auszusprechen, wird schnell an seine Grenzen stoßen …

Kein Wunder, dass der Vulkan auch gerne “E15″ genannt wird - für den Anfangsbuchstaben und die 15 folgenden Lettern. Dabei hört es sich doch gar nicht sooo kompliziert an:

Übrigens:

Eyja steht für Insel, fjall für Berg, das a zeigt einen Genitiv an und jökull heißt Gletscher. Eyjafjallajökull ist also gar nicht der Name des Vulkans, sondern des Gletschers drumherum.

Namen sind eben doch mehr als Schall und Rauch - sie sind auch Asche und Zungenbrecher …

Der blanke Hohn

Dienstag, 20. April 2010

„Scheiß Tigerente” sagt man nicht?

Sagt Horst Eckert (79) aber laut und deutlich. Darf der das? Scheinbar. Immerhin hat er das Kinderzimmer-Streifentier erfunden. Denn Horst Eckert ist Janosch. Und Janosch mag seine Erfindung nicht mehr. Behauptet, sie nur „aus Hohn” gemalt zu haben.

Doch damit ist jetzt Schluss: Horst Eckert will nicht mehr malen und schreiben, sondern nur noch in der Hängematte liegen.

Aber was nützt es? All die Trilliarden von Schulranzen, Kinderzimmertapeten, Radiergummis und Sportbeuteln in Tigerenten-Design können nicht mehr ungeschehen gemacht werden!

Gibt es eigentlich auch Tigerenten-Hängematten?