Archiv für die Kategorie ‘Namenhaft’

Alle Fragen des Universums minus eins

Freitag, 12. Februar 2010

Dass 42 die Antwort auf alle Fragen des Universums ist, weiß inzwischen jedes Kind. Doch wie genau lautet die Frage? Vielleicht: Wo sind die ganzen Kugelschreiber hin, die ich neulich noch hatte? Warum lässt mein Drucker sein rotes Lämpchen neckisch blinken, anstatt sich auf seine Kernkompetenz zu besinnen? Keiner weiß es. Doch eines der vielen ungeklärten Rätsel der Menschheit ist jetzt gelöst:

Forscher fanden heraus, warum in Flugzeugen so häufig Tomatensaft getrunken wird!

Etwa weil sein Haltbarkeitsdatum bald überschritten ist und die FlugbegleiterInnen ihn den Passagieren aufnötigen? Oder ist es die nackte Flugangst, die Menschen dazu treibt, ein Getränk zu ordern, das sie unter normalen Umständen nicht anrühren würden?

Nein, die Antwort lautet: Es liegt am Luftdruck!

Statt ein muffiges Aroma zu verbreiten, duftet (und schmeckt) Tomatensaft in 10.000 m Höhe lecker, fruchtig, köstlich …

Der Luftdruck also. Marktlücken tun sich auf - der Druckkammergastronomie gehört die Zukunft!

Oder gibt es die längst, zumindest für die High Society? An die Stelle der soeben gelöste Frage nach dem Rätsel des Tomatensaftkonsums auf Flugreisen tritt sofort eine neue:

Welchem Druck muss ein Mensch ausgesetzt sein, um sein Kind Amadeus Benedict Edley Luis Becker zu nennen?

Pfaltz V?

Montag, 01. Februar 2010

Kaum ist Frau von der Leyen Arbeitsministerin, will sie Hartz IV abschaffen.

Nein, nicht das Arbeitslosengeld 2, sondern den unschönen Begriff. Ist auch wirklich zu verwirrend:

Immer weniger Hartz-IV-Empfänger beherrschen die lateinische Zahlenschreibweise, zumal man sie mit der Reform der Reform der Rechtschreibung schon zur Genüge verwirrt hat: Schreibt man das norddeutsche Mittelgebirge wirklich mit “tz”?

Wie auch immer, die Arbeitsministerin wünscht sich einen netteren Begriff. Mit besserem Image. Hm. Ein harter Brocken.

Wie wäre es mit Pfaltz V, Schwartzwaldt VI oder Eifell VII? Ansonsten könnte ich noch anbieten: Hurz!

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»Bäh, bäh, schwarzes Schaf«

Freitag, 14. August 2009

Welcher Filmklassiker wäre beinahe unter diesem Titel bekannt geworden? Vielleicht »Heidi«? Oder »Der weiße Hai«? Nein, alles falsch: Es ist die Südstaaten-Saga »Vom Winde verweht«, die ursprünglich nach dem englischen Kinderlied »Bah, Bah, Black Sheep« benannt werden sollte. Doch es gab bereits eine Erzählung von Rudyard Kipling, die genauso hieß, also musste ein neuer Titel gefunden werden …
Ist nutzloses Wissen nicht herrlich?

Amygdala - Prinzessin ohne Furcht und Tadel

Dienstag, 30. Juni 2009

Jabba der Hutte, Obi-Wan Kenobi, Darth Maul, Jango Fett – die Namen der Star-Wars-Figuren sind an Fantasie kaum zu überbieten!
Eine Prinzessin Amygdala dagegen gibt es dort nicht, wohl aber eine Padmé Amidala, Königin von Beruf und spätere Senatorin von Naboo.

Dabei wäre Amygdala ein mindestens ebenso guter Name für sie gewesen – bezeichnet man damit doch ein Kerngebiet des Gehirns, genauer gesagt einen Teil des Limbischen Systems. Die Amygdala spielt eine wesentliche Rolle bei der Analyse möglicher Gefahren, bei der emotionalen Bewertung von Situationen und bei der Entstehung von Angst.

Mit einer besser funktionierenden Amygdala hätte sich Königin Amidala vielleicht nie mit Anakin eingelassen, es hätte nie einen Luke Skywalker gegeben – und unser Hund würde stattdessen wahrscheinlich »Lumpi« oder »Strolch« heißen …

Luke Skywalker Abidi - mit mehr Amygdala als nötig (halb Hund, halb Angsthase)

Luke Skywalker Abidi - mit mehr Amygdala als nötig (halb Hund, halb Angsthase)

Aber zurück zu Amygdala. Das klingt nicht nur majestätisch, geheimnisvoll und beeindruckend, sondern auch international. Ich könnte mir spontan vorstellen, im Restaurant einen trockenen Amygdala Kabinett zu ordern – frisch importiert aus Kalifornien. Oder meine Single-Freundin an die niveauvolle Partnerschaftsbörse Amydala zu verweisen. Oder auf die Frage nach unserem Urlaubsziel zu antworten: »Wahrscheinlich wieder nach Holland, vielleicht aber auch auf die Insel Amygdala - das soll das reinste Paradies sein!«

Wessen Fantasie sprudelt weiter?

Lauter schicke Namen …

Mittwoch, 27. Mai 2009

Wer würde sich wundern, wenn ich vom wunderbaren Aroma des DARLING-Frühstückstees schwärmte, von den bequemen FINLAY-Wanderschuhen mit Luftpolsterung, von hautfreundlichem Duschöl LUVUA mit Jojoba und Aloevera oder von meiner brandneuen DONEZ-Designerhandtasche?

Sicher niemand. Denn gute Marken haben schicke Namen, und nicht jeden kennt man. Ich wette zum Beispiel, dass kaum einer vom Putzmittel ALDAN gehört hat. Ebenso wenig von der exotischen Limonade LIMPOPO oder der hautfreundlichen Slipeinlage ROVUMA.

Würde mich jedenfalls schwer wundern. Schließlich handelt es sich – sorry für die Irreführung – um Erfindungen reinsten Wassers. Oder manchmal auch trüben Wassers. Denn eigentlich habe ich mich bei den Flussnamen unseres blauen Planeten (der übrigens als Einziger im ganzen Sonnensystem für keine Marke Pate steht) bedient.

foto-fluss

Ähnlich haben es wohl auch die IKEA-Namefinder gemacht, als sie ihre Systematik entwickelten: Esstische und -stühle sind nach finnischen Orten benannt, Gartenmöbeln nach schwedischen Inseln, Badezimmerartikel nach skandinavischen Seen, Flüssen und Meeresbuchten. Ein Atlas sollte wohl besser in keinem gut sortieren Texterbüro fehlen …