Archiv für die Kategorie ‘Schreibweise’

*o *ä** ** au*, w*** m**** *a**a*u* *a**äc***c* *u* da* *c******, wa* auf *** *oc* zu ***** *** …

Freitag, 19. Februar 2010

So sähe es aus, wenn meine Tastatur tatsächlich nur das schriebe, was auf ihr noch zu lesen ist …

ERTSBNGHKLI sind fast komplett verschwunden. Von mir gnadenlos weggetippt. Und mit CAMO geht’s jetzt auch schon los.

Meine Tastatur. Leergetippt. Und total verstaubt ...

Meine Tastatur. Leergetippt. Und total verstaubt ...

Zum Glück kann ich mit zehn Fingern blind schreiben. Nicht jedoch mit fünf Fingern, wenn ich den Telefonhörer in der anderen Hand halte und versuche, mitzutippen, was man mir fernmündlich mitteilt. Dann muss ich umständlich suchen - und verwechsele dann gerne mal L mit K, B mit M und E mit R.

SIRHT DANN AMRE ZUB GKÜCL LMINRE.

Rückrufaktion!

Mittwoch, 10. Februar 2010

Hiermit gebe ich bekannt, dass ich sämtliche von mir jemals verfassten Texte zurückrufe, in denen das Wort “Litfasssäule” vorkommt, denn hierbei handelt es sich um einen gefährlichen Schreibfehler.

Bitte mailen Sie die Texte umgehend an meine Textwerkstatt, das “ss” wird dort gegen ein ungebremstes “ß” eingetauscht. Nicht notwendig ist die Rücksendung, wenn in Ihrem Text bereits richtigerweise “Litfaßsäule” steht oder das Wort dort nie vorkam.

Der Umtausch wird selbstverständlich kostenlos vorgenommen, die Begründung gibt’s gratis dazu: Anders als bei Passstraße, Nusssorbet oder Fassspund stehen hier keine drei “s” nebeneinander, und das, obwohl die 2. Silbe kurz gesprochen wird, weil “Litfaß” ein Eigenname ist: Die Litfaßsäule ist nach seinem Erfinder Ernst Litfaß benannt.

Gibt es eigentlich noch Litfaßsäulen?

Willkommen in KW 53

Dienstag, 29. Dezember 2009

Ja, es gibt sie, die 53. Kalenderwoche. Jedenfalls im Jahr 2009. Entscheidend ist gemäß Definition nach DIN 1355/ISO 8601, dass die erste KW mindestens vier Tage des neuen Jahres enthält.

Ähm … und was heißt das? Theoretisch – auch praktisch – ist es also möglich, dass Silvester schon in der 1. KW des neuen Jahres liegt, oder umgekehrt: der 1., 2. und 3. Januar noch in der letzten KW des Vorjahres. Allerdings liegt der 4. Januar immer, immer, immer in der 1. Kalenderwoche. Und wenn ein Jahr mit einem Donnerstag beginnt bzw. endet, hat es 53 Wochen.
Alles klar?

Unzählige Tücken und Fallen bergen Kalender übrigens für Korrekturleser. Falsch geschriebene „Mitwoche” und „Samtage” oder Dienstage, die gleich doppelt vorkommen, dicht gefolgt von einem Donnerstag, sind da nur die Spitze des Eisberges …

Mehr zur Fehlerfundgrube Kalender gibt’s im Sprachtipp der Protextbewegung. Diesmal übrigens von mir.

17 x 17

Montag, 02. November 2009

Naturgedichte können ausschweifend und langatmig sein, erhebend und dramatisch. Oder eben kurz und witzig, wie die japanischen Haikus, wörtlich: lustige Verse. Ein Haiku besteht aus 5 + 7 + 5 Silben, verteilt auf drei Zeilen. Thema dieser weltweit kürzesten Gedichtform ist die Natur, die Jahreszeiten und der erlebte Moment. Die ideale Textform, um herbstliche Spaziergänge zu beschreiben. Die ja bekanntlich bei jedem Wetter ein Erlebnis sind. Passend zur Silbenzahl hier 17 Haikus von Heike:

1
Oktoberhügel.
Ihr Nebelhauch mein Verlies.
Doch: Sonnenfetzen!

2
Grabrosenbusch. Du
blühst im Sturm. Ich sammle Laub.
Autsch! Meine Haare!

3
Zankapfelbäumchen:
Unten welk und oben nackt
droht es frech dem Licht.

4
Das Wiesental gähnt.
Milchig sein Grün, stumm der Fluss.
Was lärmt die Wildgans?

5
Ungerührt grasen
die Nebelsuppenschafe
trotz Krähengeschrei.

6
Taubenetzt funkeln
Spinnenkunstwerke. Egal,
denkt der Ackergaul.

7
Graugelbe Wolken
rasen. Der Hund ist schneller,
bellt sie in die Flucht.

8
Frostrandverziert die
Gräser. Steinhartgefroren
Auch der Kuhfladen.

9
Unfairer Gegner,
schelten die Blätter den Wind
und fallen graziös.

10
Pappeln, silbriggrün
vor herbstbunter Kulisse.
Träumen vom Sommer.

11
Herbstlehmboden schwitzt
in falscher Frühlingssonne.
Schwalben zögern. Fliegt!

12
Der Herbstmorgen strahlt,
taucht welkende Blätter in
Honig, Safran, Zimt.

13
Trauerweiden in
kühlem Morgensonnenschein:
Goldregen im Herbst.

14
Nasse Heuballen:
Vergessene Würfel auf
senfgrünem Spielfeld.

15
Herbst oder Frühling?
wispern die Schilfgräser und
rascheln aufgeregt.

16
Stoppelfeldpfützen,
wo gestern die hungrigen
Schafe trampelten.

17
„Ungern”, seufzt schmatzend
der nasse Lehmboden und
gibt meinen Schuh frei.