Mit ‘Impfung’ getaggte Artikel

Herr Doktor, Herr Doktor, ich glaub, ich hab Unwort!

Dienstag, 19. Januar 2010

Wer auf „Bad Bank” getippt hat, lag gar nicht so falsch - immerhin wurde es zum Börsenunwort des Jahres 2009. Und ich verzichte jetzt auf die Frage, ob „Börsenunwort” nicht selbst schon eins ist …

Kommen wir direkt zum Sieger! Das Rennen machte nicht die „Flüchtlingsbekämpfung”, und auch die „intelligenten Wirksysteme” unterlagen  -  das offizielle Unwort des Jahres 2009 lautet: „betriebsratsverseucht”

Die Welt verrät nicht nur, was das bedeutet, sondern auch, wo dieses Negativbeispiel der deutschen Wortbildungsvielfalt zuerst diagnostiziert wurde:

„Im ARD-Magazin ‚Monitor’ vom 14. Mai 2009 habe ein Mitarbeiter einer Baumarktkette berichtet, dass das Wort ‚betriebsratsverseucht’ von Abteilungsleitern verwendet werde, wenn ein Mitarbeiter von einer Filiale mit Betriebsrat in eine Filiale ohne Betriebsrat wechseln wolle.”

Aha! Höchstwahrscheinlich steigt proportional mit der Anzahl betriebsratsverseuchter Filialen auch die Wahrscheinlichkeit, dass Mitarbeiter an Morbus Gewerkschaft erkranken - oder gar am gemeingefährlichen Solidaritäts-Syndrom? Pfui Spinne!

Vielleicht hilft prophylaktisch ja eine Schweinegrippen-Impfung? Genug Wirkstoff müsste wohl noch vorhanden sein, sogar - wegen mangelnder Nachfrage - zum Sonderpreis. Ob die Wirkverstärker als Mittel gegen Betriebsratsverseuchung geeignet sind, ist leider nicht erforscht. Aber vielleicht helfen ihre Nebenwirkungen ja wenigstens gegen Unwortitis …