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Simsen, googeln … wikipeden?

Mittwoch, 17. Februar 2010

 

Neue Technik bringt neue Wörter.

SMS, Browser, iPod … gehören längst zur Alltagssprache. Aber was ist mit den dazugehörigen Verben?
Statt „eine SMS-Sprachnachricht versenden” hat sich schon in den 1990er Jahren das nette Kurzwort „simsen” eingebürgert - 2001 erreichte es sogar Platz neun bei der Wahl zum Wort des Jahres.

Sende ein „i” an 0815 …

Woher aber kommt das „i” bei „simsen”? Das ist wohl ein Sprossvokal - ein zusätzlicher Vokal, der die Aussprache erleichtern soll. Wie in einigen Dialekten (Doref statt Dorf, Milich statt Milch etc.), in der Kindersprache (Büst statt Pst) oder beim Zweitspracherwerb - und hier vor allem bei Menschen, deren Muttersprache die Häufung mehrere Konsonanten nacheinander nicht kennt. Da hört man dann auch mal Schanapes statt Schnaps

Marktführer dank Verbfähigkeit?

Dass sich unter allen Suchmaschinen ausgerechnet „Google” durchsetzen konnte, hat sicher viele Ursachen. Firmenstrategie, Zufall, Chaostheorie - aber sicher hat auch der Name dazu beigetragen, aus dem sich ganz prima ein Verb ableiten lässt: Man sagt und schreibt googeln, und das ist beim Eindeutschen erlaubt, siehe recyceln, wo „e” und „l” ja ebenfalls den Platz getauscht haben.

Es bleibt viel zu tun!

Aber mit „simsen” und „googeln” ist erst der Anfang getan. Wo bleiben die neuen Verben für „bei Wikipedia nachschauen” (wikipeden), „eine DVD anschauen” (devaudehen), „den Drucker aus dem Fenster werfen, weil er noch immer nicht funktioniert, sondern nur blinkt, statt zu drucken” (durchdrehen)?

Ich freue mich auf weitere Vorschläge! Auch gerne für den Sachverhalt „bei AbidiBlog ein neues Wort vorschlagen und es damit irgendwann sogar in den Duden schaffen” …